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Explosion in US-Kraftwerk:"Beinahe dem Erdboden gleichgemacht"

Verheerende Explosion in einem Kraftwerk im US-Bundesstaat Connecticut: Mindestens fünf Menschen sterben, ein Dutzend Arbeiter wird zum Teil schwer verletzt.

Eine verheerende Explosion in einem Kraftwerk an der amerikanischen Ostküste hat am Sonntag im US-Bundesstaat Connecticut mindestens fünf Menschen das Leben gekostet und ein Dutzend Arbeiter zum Teil schwer verletzt. Das teilte das Bürgermeisteramt von Middletown im US-Staat Connecticut mit.

Rettungswagen auf dem Weg zum Unglücksort im US-Bundesstaat Connecticut.

(Foto: Foto: AP)

In einer ersten Stellungnahme hatte die Werksleitung zunächst erklärt, die Explosion habe "zahlreiche Opfer gefordert". Genauere Angaben seien unmöglich.

Sprecher der lokalen Feuerwehr erklärten, zum Zeitpunkt der Explosion hätten sich "mindestens 50 Menschen" auf dem Werksgelände befunden.

Werksangehörige, die während der Sonntagsschicht nicht im Einsatz waren, vermuteten hundert ihrer Kollegen im Umfeld des Unglücks. Die Behörden wiesen Vermutungen zurück, es könne sich um einen Terroranschlag handeln. Dafür gebe es keine Indizien.

Das Gas-Kraftwerk am Rande der Stadt Middletown mit 43.000 Einwohnern ist seit Jahren im Bau und sollte am Sonntag einen Testlauf machen. Bei der Befeuerung sei es zur Explosion gekommen, danach habe es gebrannt, hieß es. "Die Flammen stiegen den ganzen Schornstein hinauf", sagte ein Zeuge der Lokalzeitung "Hartford Courant". Das Hauptgebäude des Werkes sei "beinahe dem Erdboden gleichgemacht". Ein anderer Zeuge sagte, auf dem Gelände lägen "überall Körper".

Die Erschütterung der Explosion, die sich gegen 11.17 Uhr am Sonntagvormittag (Ortszeit) ereignet hatte, war noch 15 Kilometer weit entfernt zu spüren. Teilnehmer eines Gottesdienstes sagten, sie hätten zunächst vermutet, ihre Gemeinde werde "von einem Erdbeben heimgesucht." Die meisten Gläubigen hätten die Kirche aus Angst verlassen.

Offenbar sind mehrere Gebäude des Kraftwerks eingestürzt, die Feuerwehr begann unter den Trümmern nach Überlebenden zu suchen. Der stellvertretende Brandmeister Al Santostefano sagte: "Überall war Stein und verbogener Stahl, und vermutlich liegen noch Menschen im Schutt." Betreiber des Kraftwerks ist Kleen Energy. Die Anlage war auf die Produktion von 620 Megawatt Strom ausgelegt. Die beiden Turbinen, die der Siemens-Konzern lieferte, sollten vorrangig mit Gas betrieben werden.

© SZ vom 08.02.2010/dmo
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