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Evangelische Kirche:Irmgard Schwaetzer wird Vorsitzende der EKD-Synode

Irmgard Schwaetzer

Die frühere FDP-Politikerin Irmgard Schwaetzer wird neue Vorsitzende der EKD-Synode.

(Foto: Paul Zinken/dpa)

Die frühere FDP-Politikerin Irmgard Schwaetzer übernimmt das höchste Laienamt der evangelischen Kirche. Mit breiter Mehrheit wählte sie das Kirchenparlament zur Vorsitzenden der EKD-Synode. Zuvor waren der ehemalige bayerische Ministerpräsident Beckstein und die frühere Kirchenpräsidentin Boehme an der Wahl gescheitert.

Die frühere FDP-Politikerin Irmgard Schwaetzer ist neue Vorsitzende der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Mit breiter Mehrheit wurde die 71-Jährige am Sonntagabend bei der Jahrestagung des Kirchenparlaments in Düsseldorf zur Nachfolgerin von Katrin Göring-Eckardt gewählt. Gegenkandidaten hatte sie nicht.

Zunächst war die Wahl eines Synoden-Präses gescheitert. In zwei Wahlgängen am frühen Abend erreichten weder der frühere bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) noch die Bremer Juristin und frühere Kirchenpräsidentin Brigitte Boehme die erforderliche Mehrheit. In beiden Wahlgängen unterlag Beckstein jedoch seiner Konkurrentin. Beckstein - bisher Vize-Präses der Synode - erklärte daraufhin, er stehe für einen dritten Wahlgang nicht mehr zur Verfügung. Später verzichtete dann auch Boehme. Daraufhin hatte der Nominierungsausschuss die ehemalige FDP-Politikerin vorgeschlagen.

Die bisherige Synoden-Vorsitzende Katrin Göring-Eckardt hatte das höchste Laienamt der evangelischen Kirche im September vorzeitig niedergelegt, weil sie sich ganz auf ihre Arbeit als Grünen-Fraktionschefin im Bundestag konzentrieren will. Beckstein war bereits 2009 mit dem Versuch gescheitert, an die Spitze des Kirchenparlaments zu kommen - damals unterlag er Göring-Eckardt.

Beckstein galt lange als einziger Kandidat für das herausgehobene Laienamt, Boehme kandidierte kurzfristig. Der CSU-Politiker ist in der evangelischen Kirche nicht unumstritten, weil er während seiner Zeit als bayerischer Innenminister als Hardliner in der Flüchtlingspolitik galt. Am Freitag hatte er nach Medienberichten den gegenwärtigen Kurs der EKD kritisiert und gefordert, sie müsse "frommer" werden.

Schwaetzer war von 1982 bis 1984 FDP-Generalsekretärin und später auch stellvertretende Parteivorsitzende. Von 1987 bis 1991 war sie Staatsministerin im Auswärtigen Amt und dann bis 1994 Bauministerin. Sie engagiert sich in Berlin für die evangelische Kirche, ist Vorsitzende des Gemeindekirchenrates im Berliner Dom und gehört der EKD-Synode seit 2009 an. Ihre verkürzte Amtszeit dauert bis 2015.

Die 126 Delegierten des Kirchenparlaments vertreten 20 Landeskirchen mit etwa 23,5 Millionen Gläubigen. Die Synode ist eines von drei EKD-Leitungsgremien. Die anderen sind der Rat und die Kirchenkonferenz.