Europas Monarchien – Spanien

Das Verhältnis zwischen Volk und Monarchie:

Juan Carlos war lange Zeit mit einer Zustimmung von rund 75 Prozent der beliebteste Politiker des Landes. Das Ansehen des Königs geht vor allem auf sein Eintreten für die Demokratie im Jahr 1981 zurück, als er sich einer reaktionären Offiziersclique aus Anhängern des verstorbenen Diktators Franco entgegenstellte. Doch nun ist es so, als habe die Abdankungsrede von König Juan Carlos, die am Montag immer und immer wieder im Fernsehen lief, der lange eingeschlafenen republikanischen Bewegung eine Vitaminspritze verpasst. Umfragen zufolge meint mehr als die Hälfte aller Spanier unter 35 Jahren, dass das Land sehr gut auf einen König verzichten könne. Diese Stimmung ist vor allem eine Folge der Wirtschaftskrise, in die eine in Luxus lebende Königsfamilie nicht passt.

Streitpunkte und Krisen - Teil 1:

Der Grund für den Rückgang der Popularitätswerte liegt in zwei Affären: Ihm Frühjahr 2012 wurde bekannt, dass sich Juan Carlos bei einer Safari in Botswana vergnügt hat, während seinem Volk ein überaus rigoroses Sparprogramm auferlegt wurde. Überdies war er in Damenbegleitung - und die Dame war nicht seine Ehefrau, sondern eine deutsche Prinzessin aus dem Hause Sayn-Wittgenstein. Dann hat er auch noch bei der Safari einen Elefanten abgeschossen, obwohl er als Ehrenpräsident des spanischen WWF doch oberster Tierschützer des Landes sein sollte.

Streitpunkte und Krisen - Teil 2:

Die zweite Affäre betrifft Juan Carlos' Schwiegersohn Iñaki Urdangarin, der angeblich Millionen an staatlichen Fördergeldern in seine Privatschatulle gelenkt hat. Das Verfahren läuft, Urdangarin, Ehemann der Infantin Cristina, wurde vorsorglich von offiziellen Auftritten des Königshauses ausgeschlossen.

Im Bild: Letizia und Felipe von Spanien beim Thronwechsel in den Niederlanden.

Bild: dpa 3. Juni 2014, 15:562014-06-03 15:56:52 © Süddeutsche.de/mkoh/feko/leja/jst