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Eurojackpot-Ziehung:Einer wird gewinnen

Mindestens 26 Millionen Euro warten im Eurojackpot auf einen Gewinner. Wenn ihn heute niemand knackt, kommt es zu einer Zwangsausschüttung. Und dann sind die Gewinnchancen so hoch wie noch nie zuvor.

Rein statistisch hätte der Eurojackpot schon vor einigen Wochen geknackt werden müssen. Denn die Gewinnchancen liegen bei diesem neuen europäischen Glücksspiel mit 1:59 Millionen deutlich höher als bei der "Lotterie 6 aus 49" (1:140 Millionen). Und dort kam es in der Vergangenheit noch nie zu einer sogenannten Zwangsausschüttung, vor der der Eurojackpot an diesem Freitagabend steht.

Eurojackpot - 26 Millionen

Fünf aus 50 und eine aus acht: In der zweiten Gewinnkategorie steigen die Chancen.

(Foto: dpa)

Hat wieder - zum 13. Mal in Folge - niemand auf die richtigen Zahlen getippt, dann werden die Hürden für den Gewinn der mindestens 26 Millionen Euro gesenkt. Für die erste Gewinnkategorie müssen fünf Zahlen aus 50 richtig sein, sowie zwei Zahlen aus acht. Wenn das diesmal kein Spieler schafft, reichen in der zweiten Gewinnkategorie fünf Zahlen aus 50 und eine aus acht. "Damit steigt die Gewinnchance auf 1:1,4 Millionen - das gab es noch nie", sagt Axel Weber, Sprecher der Westdeutschen Lotterie.

Das Glücksspiel, das erst seit fünf Monaten auf dem Markt ist, ist in Deutschland bereits sehr beliebt: Wöchentlich werden Tippscheine in zweistelliger Millionenhöhe ausgefüllt. Der Eurojackpot ist ein Produkt acht europäischer Staaten: Deutschland, Dänemark, Finnland, Italien, Niederlande, Slowenien, Estland und neuerdings auch Spanien. "Der Hintergrund ist die zunehmende Nachfrage nach anderen Spielen, die es im europäischen Ausland bereits gibt", sagt Weber. Die Spieler würden bei Eurojackpot vor allem davon angezogen, dass immer mindestens zehn Millionen im Jackpot sind.

Eurojackpot übernimmt das deutsche Sicherheitssystem

In Deutschland ist Eurojackpot auf Grund des Lotteriemonopols in staatlicher Hand, zuständig sind die Bundesländer. Einige Jahre hätten die EU-Länder verhandelt, wie eine europäische Lotterie umsetzbar wäre, sagt Weber. "Letztlich haben wir das deutsche Sicherheitssystem übernommen, was Verrechnung, Datenschutz und Ausschüttung angeht - daher wurde es dann auch genehmigt."

Die deutsche Lotterie musste reagieren, so scheint es. Seit Jahren haben zunehmend mehr Bundesbürger an ausländischen Glücksspielen teilgenommen, die im Internet aggressiv werben. Bernhard Brunner zufolge gehe es der staatlichen Lotterie aber nur in zweiter Linie darum, diesen Geldabfluss aufzufangen: "Wir wollen unserer Verantwortung gerecht werden, wir wollen ein sauberes Spiel in verantwortungsvollen Bahnen." Brunner ist Sprecher für Lotto Bayern, der federführenden Gesellschaft im Deutschen Lotto- und Totoblock.

In zehn Bundesländern online tippen

Vor eineinhalb Wochen hat Lotto Bayern auch das Online-Tippen wieder erlaubt. Seit am 1. Juli 2012 der veränderte Glücksspielstaatsvertrag in Kraft getreten ist, ist das möglich - auch der Eurojackpot lässt sich also theoretisch mit ein paar Klicks knacken. Neben Bayern kann man in neun weiteren Bundesländern online tippen: in Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen, Sachsen, Schleswig-Holstein und im Saarland.

50 Prozent des Eurojackpot-Umsatzes werden als Gewinne ausgeschüttet, 40 Prozent prozentual an die EU-Länder verteilt. In den Richtlinien ist verankert, dass dieses Geld für gemeinnützige Zwecke verwendet werden muss, wie beispielsweise für Sportvereine, Wohlfahrtsverbände, Denkmalschutz, in Bayern auch für Naturschutz. Sorgen bereiten Brunner allerdings die vielen Trittbrettfahrer, die im Internet suggerieren, dass man auf der offiziellen Lotto-Seite ist: "Das ist illegal - aber die Behörden unternehmen zu wenig dagegen."

An diesem Freitagabend um 21 Uhr werden in Helsinki die Eurojackpot-Zahlen ermittelt - um 23:15 Uhr steht dann fest, ob der Jackpot geknackt wurde oder ob er zwangsausgeschüttet wird. Und ob der Sieger möglicherweise eine deutsche Tippgemeinschaft ist. Denn die stürzen sich laut Brunner besonders auf das neue Euro-Spiel.

© Süddeutsche.de/sebi
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