900 erstickte Schweine im Münsterland Manipulationen im Technikraum

Mastschwein im Stall: In Vreden-Ellewick, nicht weit von der niederländischen Grenze, starben 900 Schweine.

(Foto: Carsten Rehder/dpa)

Unbekannte haben in der Nacht die Stromzufuhr eines Stalls, die für die Belüftung notwendig ist, sowie die Alarmanlage gekappt. In diesen Stall wurde 2016 eingebrochen.

Von Jana Stegemann, Düsseldorf

Am Montagmorgen machte Christian Röring auf seinem Hof im münsterländischen Vreden-Ellewick eine grausige Entdeckung: etwa tote 900 Mastschweine. Weil die Be- und Entlüftung des Stalls nicht mehr funktionierte, waren die Tiere erstickt. Der Landwirt rief die Polizei, er hatte nach eigener Aussage eine aufgebrochene Tür an seinem Stall bemerkt sowie Manipulationen im Technikraum des Mastbetriebs. Die Stromzufuhr für die Belüftung des Stalls sei zwischen Sonntag 18 Uhr und Montag 8.50 Uhr vorsätzlich gekappt worden.

"Das ist nicht mit einem einfachen Knopfdruck zu bewerkstelligen", sagte ein Sprecher der Polizei Borken. Zusätzlich wurde die Alarmanlage ausgeschaltet, sodass der Stromausfall nicht angezeigt wurde. Die Technikanlage des Betriebs sei noch im vergangenen Dezember gewartet worden. Die Tierkadaver wurden im Anschluss von einer Tierkörperbeseitigungsanlage entsorgt. Die Polizei schätzt den Gesamtschaden auf etwa 100 000 Euro; Einbrüche in andere Schweinemastställen sind nach Polizeiangaben im Kreis Borken bisher nicht vorgekommen.

Röring sprach von einem "für mich und meine Familie in vielfacher Hinsicht sehr bedrückenden Vorfall".

Er ist der Sohn des CDU-Bundestagsabgeordneten und NRW-Bauernpräsidenten, Johannes Röring. Schon 2013 verendeten 940 Schweine in dem Betrieb, damals war die Lüftungs- und Alarmanlage durch einen technischen Defekt nach einem Blitzeinschlag ausgefallen. 2016 wurde in den Maststall der Familie Röring eingebrochen. Kurz darauf wurden Videos veröffentlicht, die den Verdacht auf Tierquälerei belegen sollten. Die Staatsanwaltschaft Münster stellte das Verfahren damals ein.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Variante des Textes stand, es sei klar, wer 2016 in den Stall einbrach. Dies ist nicht der Fall.

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Unbekannte sollen den Strom und die Luftzufuhr des Schweinestalls gekappt haben. Der Betrieb gerät allerdings nicht zum ersten Mal in die Schlagzeilen.