Süddeutsche Zeitung

Ermittlungen:379 Anzeigen in Köln, 133 in Hamburg

  • Am Wochenende sind die Zahlen der Strafanzeigen nach den Übergriffen in der Silvesternacht noch einmal gestiegen.
  • In Köln liegen inzwischen 379 Anzeigen vor, in Hamburg 133.
  • Bundesjustizminister Heiko Maas spricht von organisiertem Vorgehen.

Die Zahl der Strafanzeigen nach den Geschehnissen in der Kölner Silvesternacht ist drastisch gestiegen. Sie liege inzwischen bei 379, teilte die Polizei am Samstag mit. In etwa 40 Prozent der Fälle ermitteln die Kriminalbeamten demnach unter anderem auch wegen Sexualstraftaten. Zuletzt war die Zahl der Anzeigen noch mit rund 170 angegeben worden.

133 Anzeigen in Hamburg

In Hamburg ist die Zahl der Anzeigen auf 133 gestiegen. Das teilte die Polizei am Sonntag mit. Am Freitag hatte die Zahl noch bei 108 gelegen. Der Großteil der Strafanzeigen bezog sich demnach auf Übergriffe im Bereich der Großen Freiheit an der Reeperbahn. In einigen Fällen wurden Frauen auch im Bereich des Jungfernstiegs Opfer von Straftaten.

Der Blick der Polizei in Köln richtet sich den Angaben zufolge mehrheitlich auf Personen aus nordafrikanischen Ländern. Größtenteils handle es sich bei ihnen um Asylsuchende und Personen, die sich illegal in Deutschland aufhielten. Es müsse aber noch ermittelt werden, ob sie mit konkreten Straftaten in Verbindung gebracht werden können. Inzwischen sei die damit befasste Ermittlungsgruppe "Neujahr" dafür auf mehr als 100 Beamte aufgestockt worden.

Übergriffe müssen geplant gewesen sein

In Köln war es in der Silvesternacht rund um den Hauptbahnhof aus einer großen Menschengruppe heraus zu sexuellen Übergriffen auf Frauen und anderen Straftaten gekommen. Die Stadt habe dabei "Straftaten in einer völlig neuen Dimension" erlebt, wie der inzwischen entlassene Polizeipräsident Wolfgang Albers einräumte. In der Nacht um den Jahreswechsel hatten mehrere Gruppen junger Männer Feiernde und Reisende am Kölner Hauptbahnhof zum Teil massiv belästigt und bestohlen.

Auch in anderen Städten wie Hamburg und Stuttgart kam es zu solchen Vorfällen - meist an belebten Orten. Justizminister Heiko Maas geht inzwischen mindestens in Köln von organisiertem Vorgehen aus. Auch einen Zusammenhang zwischen den Attacken auf Frauen in mehreren deutschen Städten in der Silvesternacht schließt er nicht aus. Das Bundeskriminalamt ermittelt.

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SZ.de/dpa/sry/fran/tamo
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