Erfolglose Suche nach Flug MH370 Jetzt kann nur noch Bluefin helfen

Bluefin ist ein kleines U-Boot, das eigentlich nicht für eine breit angelegte Suche gedacht ist. Trotzdem soll nun damit nach MH370 getaucht werden. Nach Verstummen der Black Box gibt es keine andere Möglichkeit mehr.

Von Ines Alwardt

Catherine Tamoh Lion glaubt noch immer an Wunder. "Ich fühle, dass sie hier irgendwo sind. Ich weiß nicht wo, ich bete einfach zu Gott", sagte die Mutter von Chef-Steward Andrew Nari am Montag dem Nachrichtensender CNN. Nari ist einer von 239 Passagieren des Fluges MH370, der seit 38 Tagen verschwunden ist. Flugzeuge, Boote und das mit Spezialgeräten ausgestatte Suchschiff Ocean Shield hatten in den vergangenen Wochen vergeblich nach Wrackteilen und Signalen der vermissten Boeing 777-200 gesucht. Jetzt, seit die Einsatzkräfte keine Signale der Black Bock mehr orten können, versuchen sie es mit einer anderen Methode.

Bluefin-21 heißt das unbemannte U-Boot, das an diesem Montag in die Tiefe tauchen soll, um dem Meeresgrund nach Objekten abzusuchen. Angus Houston, Chef des internationalen Suchteams, sieht keine andere Möglichkeit mehr, das Flugzeug zu finden. Die Batterien der Blackbox halten im Schnitt nur 30 Tage. "Wir haben kein einziges Signal mehr empfangen in den vergangenen sechs Tagen", sagte er am Montag, deshalb sei es an der Zeit, das Mini-U-Boot einzusetzen. Allerdings dämpfte der Einsatzleiter schon vor Beginn die Hoffnungen, das U-Boot werde mit der neuen Technik schnell Wrackteile finden. "Das wird ein langsamer und mühsamer Prozess."

Das Suchgebiet ist auf dieser Karte eingezeichnet.

(Foto: dpa)

Eine Ölspur im Meer könnte auf MH370 hinweisen

Zwei Stunden braucht das U-Boot, bis es den Grund des Meeres in etwa viereinhalb Kilometern erreicht hat. Unter Wasser soll es dann 16 Stunden lang den Grund nach Wrackteilen absuchen. Das funktioniert mit einem speziellen Sonar-System. Das U-Boot sendet selbst Signale aus und misst, wie schnell und in welcher Intensität sie zurückkommen. Damit lässt sich erkennen, wo sich mögliche Wrackteile oder andere Objekte im Wasser befinden. Ist die Suche beendet, braucht das Bluefin-21 weitere zwei Stunden, um wieder an die Oberfläche zu kommen, dann vier weiter Stunden, um die aufgenommenen Daten zu verarbeiten und die Batterien wieder aufzuladen. Das passiert an Bord des australischen Schiffs Ocean Shield, zu dem es gehört.

Es gibt es einen möglichen neuen Hinweis, dass die Einsatzkräfte im richtigen Gebiet des Indischen Ozeans suchen könnten: Denn das Schiff Ocean Field entdeckte am Sonntagabend eine Ölspur im Meer. Bisher ist allerdings noch unklar, woher das Öl stammt. Die Experten entnahmen eine Zwei-Liter-Probe, die in den nächsten Tagen ausgewertet wird.

Etwa 47 000 Quadratkilometer umfasst das Suchgebiet, das etwa 2300 Kilometer von Perth entfernt liegt. Die Fläche ist in etwa so groß wie die Niederlande. Für das U-Boot Bluefin-21 ist solch ein großes Gebiet eine Herausforderung. Ein Einsatz der Maschine dauert 24 Stunden. Bluefin-21 kann in dieser Zeit eine Fläche von 40 Quadratkilometern absuchen, um das gesamte Gebiet zu durchqueren, bräuchte es mehr als 1100 Einsätze - das wären etwa drei Jahre.

Das U-Boot sei wegen seiner schnellen Einsatzfähigkeit für die Suche ausgewählt worden, sagte Mark Matthews, Captain der US-Navy dem Guardian. Es sei besonders für die Suche nach Trümmern geeignet. "Aber ich würde es nicht für eine breit angelegte Suche verwenden." Doch anscheinend müssen die Suchmannschaften genau das jetzt versuchen.

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