Süddeutsche Zeitung

Neuseeland:Erdbeben während Live-Interview mit der Premierministerin

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Ein kurzer Blick nach oben, als es um sie herum wackelt. Ansonsten bleibt die neuseeländische Regierungschefin Jacinda Ardern ganz cool.

So leicht bringt sie nichts aus der Ruhe: Die neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern ist dafür bekannt, immer einen kühlen Kopf zu bewahren. Das gilt offenbar selbst dann, wenn um sie herum die Erde wackelt. Während sie am Montagmorgen live die Fragen von Ryan Bridge, Moderator des Nachrichtendienstes Newshub, beantwortete, wurden die Hauptstadt Wellington und die umliegenden Gebiete von einem Erdbeben erschüttert.

Ardern blickte einmal um sich herum und erklärte dann relativ unbeeindruckt: "Wir haben hier gerade ein kleines Erdbeben, Ryan, ein ganz ordentliches Beben." Während des Interviews war die Premierministerin im Parlamentsgebäude, dem sogenannten Bienenstock. Dieser wackele ein wenig mehr als die meisten Gebäude, sagte sie ruhig. "Ich bin nicht unter Hängelampen, es sieht aus, als wäre ich an einem strukturell soliden Ort." Ardern versicherte, dass sie in Sicherheit sei und das Interview fortsetzen könne.

Die Neuseeländer sind Erdbeben gewohnt. Der Inselstaat liegt auf dem Pazifischen Feuerring und wird wegen der häufigen Erdbeben auch "Shaky Isles" (wackelige Inseln) genannt. 2011 hatte ein schweres Erdbeben die Stadt Christchurch getroffen und große Teile der Altstadt zerstört. 185 Menschen wurden damals getötet. Die Stadt wird noch immer wieder aufgebaut.

Nach Geonet-Angaben hatte dieses Erdbeben eine Stärke von 5,8. Das Epizentrum lag 30 Kilometer nordwestlich von Levin und in einer Tiefe von 37 Kilometern. Die Erde bebte kurz vor 8 Uhr morgens Ortszeit, kurz bevor viele Neuseeländer zu arbeiten begannen. Es gab zunächst keine Berichte über Tote und Verletzte. Das Beben war aber so stark, dass Lebensmittel aus Regalen purzelten und Zugverbindungen unterbrochen wurden.

Ardern, die 2017 Premierministerin wurde, erhielt wegen ihres Umgangs mit mehreren Krisen weltweit Anerkennung. In ihre Amtszeit fielen ein Amoklauf in Christchurch, ein Vulkanausbruch im Dezember und die Coronavirus-Pandemie.

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SZ/AP/Reuters/lot/gal
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