bedeckt München 24°

Erdbeben im Hindukusch:In Panik auf die Straße gerannt

Ein schweres Erdbeben hat am frühen Morgen den Nordosten von Afghanistan und Pakistan erschüttert. In Kabul fiel der Strom aus. Berichte über Opfer liegen noch nicht vor.

Ein schweres Erdbeben hat in den frühen Morgenstunden das afghanisch-pakistanische Grenzgebiet erschüttert. Am Freitag um 00.21 Uhr Ortszeit (Donnerstag 21.51 Uhr) habe die Erde in einer Stärke von 6,2 bis 6,4 gebebt, teilte die US-Erdbebenwarte USGS mit.

In beiden Hauptstädten, Kabul und Islamabad, schwankten Gebäude. Berichte über Schäden oder Verletzte lagen zunächst nicht vor. Das Zentrum des Bebens lag im Hindukusch, in einer schwer zugänglichen Gebirgsregion mit schlechten Kommunikationsverbindungen.

Panisch aus den Häusern gerannt

Nach Angaben des pakistanischen Fernsehsenders Geo TV rannten in einigen Städten die Menschen in Panik auf die Straße, im afghanischen Kabul fiel der Strom aus. "Es war ein schweres Beben. Die Leute wachten auf und kamen aus ihren Häusern", sagte ein Bewohner im pakistanischen Chitral, das etwa 115 Kilometer vom Epizentrum entfernt liegt, der Nachrichtenagentur AFP.

Das Epizentrum habe im Nordosten des Landes 77 Kilometer südöstlich von Feisabad gelegen, 268 Kilometer nordöstlich von Kabul und 230 Kilometer westlich der pakistanischen Stadt Mingora. Das Beben war laut Berichten pakistanischer Fernsehsender noch in Lahore an der Grenze zu Indien zu spüren.

Häuser stürzen zusammen

Nach Angaben des Geophysikers Paul Caruso vom Geologischen Dienst der USA wurde es auch in der indischen Hauptstadt Neu-Delhi noch registriert. Das heftigste Beben in der Region wurde laut Caruso am 14. März 1965 verzeichnet, seine Stärke lag damals bei 7,8.

Die Gebirgskette des Hindukusch wird immer wieder von mittelschweren Erdbeben erschüttert. weil in der Gegend zwei tektonische Platten aufeinandertreffen. Bei einem Beben der Stärke 7,6 waren im Oktober 2005 im Nordwesten Pakistans und in der Kaschmir-Region rund 74.000 Menschen ums Leben gekommen.

Da die Häuser auf dem Land oft nur aus Lehmziegeln gebaut sind und schnell in sich zusammenfallen, kommen bei Erdbeben in dieser Region oft viele Menschen ums Leben. Bei einem Erdbeben der Stärke 5,5 Mitte April kamen in der ostafghanischen Provinz Nangarhar mehr als 20 Dorfbewohner ums Leben.