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USA:Epstein soll versucht haben, Zeugen zu bestechen

Undatierte Aufnahme von Jeffrey Epstein

(Foto: AFP)
  • Der US-Unternehmer soll Medienberichten zufolge insgesamt 350 000 Dollar an zwei Personen in seinem näheren Umfeld gezahlt haben.
  • Der New York Times zufolge deuten die Zahlungen und das Timing darauf hin, dass Epstein damit "Schweigen erkaufen" wollte.
  • Die Anwälte des 66-Jährigen wollten sich zu den neuen Vorwürfen nicht äußern.

Der wegen sexuellen Missbrauchs angeklagte Jeffrey Epstein soll versucht haben, potenzielle Zeugen zu bestechen. Der US-Unternehmer habe insgesamt 350 000 Dollar an zwei Personen aus seinem näheren Umfeld gezahlt, berichten die New York Times und die Washington Post. Die Zeitungen berufen sich dabei auf die New Yorker Staatsanwaltschaft, die die Details am Freitag offengelegt hat.

Epstein wird vorgeworfen, zwischen 2002 und 2005 in New York und Florida einen Sexhandelsring aufgebaut und Dutzende junger Frauen missbraucht zu haben. Im Falle einer Verurteilung drohen Epstein 45 Jahre Haft. Der 66-Jährige bestreitet die Vorwürfe.

Im November 2008 hatte der Miami Herald erstmals über Epsteins Verhalten jungen Frauen gegenüber berichtet. Die Zahlungen sollen nur wenige Tage nach Veröffentlichung des Artikels geschehen sein.

An eine der beiden Personen, die Epstein beim Aushandeln eines Deals mit der Staatsanwaltschaft Florida geholfen haben soll, flossen den Berichten zufolge 100 000 US-Dollar. Die andere Person, an die 250 000 US-Dollar gingen, soll ein Mitarbeiter Epsteins sein, der dem Unternehmer beim Aufbau des Sexhandelsrings half.

Laut New York Times deuten die Zahlungen und deren Timing darauf hin, dass der Angeklagte versucht habe, potenzielle Zeugen zu beeinflussen und deren "Schweigen zu erkaufen". Epstein sitzt momentan in Untersuchungshaft in New York, seine Verteidiger äußerten sich auf Anfragen beider Zeitungen nicht zu den neuen Vorwürfen.

Bereits 2008 lief ein Verfahren wegen sexuellen Missbrauchs gegen Jeffrey Epstein. Mehrere junge Frauen hatten ihn angezeigt, ein Prozess blieb ihm jedoch erspart. Denn der Multimillionär bekannte sich schuldig und akzeptierte eine Haftstrafe von 13 Monaten, während derer er an sechs Tagen pro Woche Freigang genoss. Ausgehandelt hatte den Deal Alexander Acosta, damals Staatsanwalt von Florida. Am Freitag trat Acosta als US-Arbeitsminister im Kabinett von US-Präsident Donald Trump zurück. Der Grund: der Missbrauchsskandal um Jeffrey Epstein.

© SZ.de/cag/lüü

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