Wuppertal Zum zweiten Mal entführt: Opfer schwer verletzt aufgetaucht

  • Ein Mann wird im Jahr 2015 entführt und sollte nun vor Gericht gegen den mutmaßlichen Täter aussagen.
  • Der Mann erscheint nicht - offenbar weil er erneut entführt worden war.

Ein offenbar zum zweiten Mal entführter Kioskbesitzer ist in Wuppertal schwer verletzt wieder aufgetaucht. Er sei von seinen mutmaßlichen Entführern freigelassen worden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Montag. Dass er sich selbst befreit habe, sei in seinem Zustand eher unwahrscheinlich. Der Mann sei am späten Samstagabend an einem Krankenhaus aufgetaucht, liege nun auf der Intensivstation und sei nicht vernehmbar.

Man gehe auch aufgrund der Spurenlage am Tatort davon aus, dass der Mann erneut entführt worden sei, so der Staatsanwalt. Außerdem sei eine Lösegeldforderung bei der Familie des Opfers eingegangen. Am Freitag sollte der Mann als Opfer der ersten Entführung im Jahr 2015 vor Gericht aussagen, war aber nicht gekommen.

Dass es darum ging, mit der zweiten Entführung seine Aussage zu verhindern, gilt als unwahrscheinlich: Der Angeklagte in dem Prozess hatte zuvor bereits ein umfassendes Geständnis abgelegt.

Im Kiosk sollen Blutspuren gefunden worden sein

Laut WDR hatte eine Augenzeugin berichtet, dass der Mann am späten Samstagabend von drei Männern aus seinem Kiosk geholt wurde. Laut der Frau hätten die Täter die Überwachungskameras in dem Kiosk zerstört. In einem Hinterzimmer soll Blut auf dem Boden entdeckt worden sein. Die Polizei sicherte Spuren.

Angeklagt in dem aktuellen Prozess am Landgericht um die erste Entführung ist ein 40-jähriger Deutscher, der nach langer Suche mit internationalem Haftbefehl im Januar 2019 in Polen festgenommen wurde. Ihm wird Menschenraub und Erpressung vorgeworfen. Vom Bruder des Opfers soll er damals 70 000 Euro Lösegeld verlangt haben. Der Entführte wurde damals nach 24 Stunden und einer Lösegeldzahlung von 25 000 Euro wieder freigelassen.