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Türkei:Flugzeug sollte nach Sotschi entführt werden

Sabiha-Gökcen-Flughafen in Istanbul

Sabiha-Gökcen-Flughafen in Istanbul: Hier wurde das Flugzeug zur Landung gezwungen.

(Foto: AFP)

Bombendrohung an Bord eines türkischen Flugzeugs: Ein Passagier wollte die in der Ukraine gestartete Maschine offenbar nach Sotschi umlenken. Ein Kampfjet zwang die Boeing in Istanbul zur Landung. Der vermeintliche Entführer sei betrunken gewesen.

Die Eröffnung der Olympischen Winterspiele ist im vollen Gange. Da wird bekannt, dass ein Ukrainer versucht haben soll eine türkische Linienmaschine zu entführen - um das Flugzeug nach Sotschi umzuleiten. Der Versuch scheiterte. Ein türkischer Kampfjet zwang die in der Ukraine gestartete Maschine in Istanbul zur Landung.

Der Mann gab Medienberichten zufolge an, an Bord des Flugzeugs sei eine Bombe, deren Zünder er bei sich trage. Er soll versucht haben, sich Zugang zum Cockpit zu verschaffen, doch der Pilot löste Alarm aus. Der türkische Staatssekretär für Verkehr, Habib Soluk, erklärte, der Ukrainer habe gedroht, das Flugzeug der Fluglinie Pegasus, die mit 110 Passagieren an Bord aus der Stadt Charkiw kam, in die Luft zu sprengen, sollte es nicht nach Sotschi fliegen.

Nach Informationen der russischen Nachrichtenagentur Interfax soll der Mann angeblich betrunken gewesen sein und weder über eine Bombe noch Schusswaffen verfügt haben. Der Ukrainer sei berauscht gewesen und habe bei der versuchten Stürmung des Cockpits "Wir fliegen nach Sotschi!" gerufen.

Anti-Terror-Einheiten durchsuchen Passagiere nach Sprengstoff

Als der Alarm ausgelöst wurde, startete ein F-16-Kampfjet und zwang die Maschine zur Landung auf dem Sabiha-Gökcen-Flughafen der türkischen Millionenmetropole Istanbul. Den Medienberichten zufolge durchsuchten Anti-Terror-Einheiten sämtliche Passagiere nach Sprengstoff. Wenig später wurde gemeldet, dass Sondereinsatzkräfte in das Flugzeug eingedrungen seien und den mutmaßlichen Luftpiraten festgenommen hätten.

Wie Istanbuls Gouverneur Avni Mutlu später sagte, wurde der Mann nach der Landung in Istanbul festgenommen und dabei leicht verletzt, alle 110 Passagiere der im ukrainischen Charkiw gestarteten Boeing 737-800 seien unversehrt in Sicherheit gebracht worden.

Die Spiele in Sotschi finden unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt. Islamistische Rebellen im Nordkaukasus haben gedroht, Anschläge auf das Sportereignis zu verüben, das die größte internationale Veranstaltung in Russland seit dem Ende der Sowjetunion 1991 ist. Die Drohung erhielt zusätzliche Dringlichkeit, als Ende Dezember in der Stadt Wolgograd nordöstlich von Sotschi zwei Bomben am Bahnhof und in einem Bus explodierten. Bei den Anschlägen wurden 34 Menschen getötet.

© Süddeutsche.de/AFP/sks/webe/anri

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