bedeckt München 16°
vgwortpixel

Emsland:Moorbrand bei Meppen offenbar vollständig gelöscht

Moorbrand

Verkohlte Flächen nach dem Moorbrand, den die Bundeswehr im Emsland Anfang September ausgelöst hatte.

(Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa)
  • Die Bundeswehr hat mitgeteilt, dass der Brand in einem Moor bei Meppen, den sie am 3. September bei einer Übung ausgelöst hatte, offenbar endgültig gelöscht sei.
  • Dies ergebe sich aus den Bildern von Aufklärungsflügen.
  • Nach Angaben der Bundeswehr liegen ihr inzwischen 59 Anträge auf Schadenersatz vor.

Mehr als sechs Wochen schwelte der Moorbrand bei Meppen. Nun haben Bilder eines Aufklärungsfluges keine aktiven Brandnester mehr gezeigt, teilte die Bundeswehr an diesem Mittwoch mit, nachdem ein Tag zuvor ein Tornado das betroffene Gelände überflogen hatte. Mit Drohnen würden aber weiterhin Aufklärungsflüge durchgeführt. Derzeit seien auch weiterhin 160 Soldaten im Einsatz, davon 44 Feuerwerleute.

Bereits vor zwei Wochen hatte der Landkreis Emsland den Katastrophenfall aufgehoben, weil von den noch verbliebenen Glutnestern keine Gefahr für die Bevölkerung mehr ausgegangen war. Es war befürchtet worden, dass die Flammen wegen Wind und Funkenflug angrenzende Wälder und Siedlungen in Gefahr bringen könnten. Für die Kreisfeuerwehren hatte jedoch weiterhin der so genannte Voralarm gegolten, so dass sich bei Bedarf Einsatzkräfte umgehend hätten in Bewegung setzen können.

Überhöhte Kohlenmonoxidwerte

Zunächst war von einer möglichen erhöhten radioaktiven Strahlung und Quecksilberbelastung die Rede gewesen, die durch verschiedene Waffentests herrühren könnten. Diese sollen in der Vergangenheit auf dem Areal durchgeführt worden sein. Das Verteidigungsministerium wies die Befürchtungen zurück und sah keine akuten Hinweise auf derartige Gefahren für die Bevölkerung. Zuletzt war entgegen anfänglichen Bekundens über ein Überschreiten der Kohlenmonoxidgrenzwerte berichtet worden. Behörden zufolge bestand jedoch auch trotz kurzer Überschreitungen keine Gesundheitsgefahr.

Bei einer Übung der Wehrtechnischen Dienststelle 91 (WTD 91) am 3. September hatte eine im Boden eingeschlagene Rakete den Brand versehentlich ausgelöst. Löschfahrzeuge der Bundeswehr waren nicht einsatzbereit. Erst nachdem auch zivile Feuerwehren und das Technische Hilfswerk zur Hilfe rief, gelang es, den Brand in dem Feuchtgebiet unter Kontrolle zu bringen. Rund 1600 Einsatzkräfte waren zum Bekämpfen des Brandes zusammengezogen worden.

Nach Bundeswehrangaben liegen ihr 59 Anträge auf Schadenersatz vor, die bei einer eigens eingerichteten Annahmestelle eingereicht worden sind. Diese würden nun im Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr bearbeitet, wie ein Sprecher der SZ erklärte. Nähere Angaben zu den eingereichten Schadenersatzanträgen können man zum jetzigen Zeitpunkt nicht machen.