Vatikan Vatikan-Knochenfund: keine Verbindung zu vermisstem Mädchen

Im Fall der verschwundenen Emanuela Orlandi steht der Vatikan (im Bild: der Petersplatz) in Verdacht, involviert zu sein. Der Knochenfund jedoch hat wohl nichts mit dem Verschwinden des Mädchens zu tun.

(Foto: Andrew Medichini/dpa)

Die Ende Oktober in einem Gebäude der vatikanischen Botschaft gefundenen Knochen stammen offenbar von einem Mann. Nun soll ermittelt werden, wer der Verstorbene war.

Die Knochen, die Ende Oktober in einem Vatikan-Gebäude gefunden wurden, gehören zu einem männlichen Skelett. Der italienischen Nachrichtenagentur Ansa zufolge hätten erste Untersuchungen ergeben, dass die Knochen aus der Zeit vor dem Jahr 1964 stammen. Italienische Ermittler sehen demnach offenbar keine Hinweise auf eine Verbindung zwischen dem Knochenfund und einem mysteriösen Vermisstenfall aus dem Jahr 1983.

Nachdem die Knochen bei Renovierungsarbeiten eines Gebäudes bei der vatikanischen Botschaft entdeckt worden waren, hatten italienische Medien rasch über eine Verbindung zum Verschwinden der 15-jährigen Tochter eines Vatikan-Hofdieners spekuliert. Emanuela Orlandi war damals nach der Musikschule nicht mehr nach Hause gekommen. Da bis heute unklar ist, was mit ihr passierte, ranken sich seit Jahrzehnten Gerüchte und Verschwörungstheorien um den Fall.

Medienberichten zufolge werden die Überreste derzeit an zwei Instituten untersucht. Zu ihnen gehört wohl auch ein Speziallabor in Caserta bei Neapel. Per Radiokarbon-Methode soll dort das exakte Alter der Fundstücke bestimmt werden.

Der Vatikan hatte nach dem Fund die italienische Staatsanwaltschaft eingeschaltet, die wegen eines möglichen Mordes ein Verfahren einleitete. Die Ermittlungen sollen weitergehen.

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