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Einsturz des Kölner Stadtarchivs:"Es war wie bei einem Erdbeben"

Erst ein Knarren, ein Poltern, dann stürzte das Kölner Stadtarchiv zusammen. Dort, wo einst Dokumente und Urkunden lagerten, ist wenig später nur noch ein Trümmerhaufen zu erkennen.

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Kölner Stadtarchiv

Quelle: dpa

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"Es war wie bei einem Erdbeben", berichtet ein Augenzeuge. Erst ein Knarren, ein Poltern, dann stürzte das Kölner Stadtarchiv zusammen. Es ist der 3. März 2009, gegen 14 Uhr und dort, wo einst Dokumente und Urkunden lagerten, ist nur noch ein Trümmerhaufen zu erkennen. Die Mitarbeiter des Archivs konnten sich noch rechtzeitig in Sicherheit bringen.

Einsturz Stadtarchiv Köln vor einem Jahr

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Doch beim Einsturz werden mehrere Nachbarhäuser mitgerissen. Zwei Anwohner kommen dabei ums Leben. Von diesem Wohnhaus wurde fast die komplette Außenmauer zerstört. Zahlreiche Rettungskräfte durchsuchen die Trümmer, Hubschrauber kreisen über dem Gebiet. Menschen beschreiben die Lage damals als "wie im Kriegszustand".

Einsturz  Stadtarchiv Köln

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Schnell werden Vorwürfe laut, bei den Bauarbeiten einer anliegenden U-Bahnstrecke sei fahrlässig gehandelt worden. Die Baufirma behauptet dagegen, der Einsturz sei ein Naturereignis gewesen, gegen das man machtlos sei.

Einsturz Stadtarchiv Köln vor einem Jahr

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So sah das Kölner Stadtarchiv vor dem Einsturz aus. Es war eines der größten Kommunalarchive Deutschlands. Seit dem 15. Jahrhundert wurden hier Dokumente zur Geschichte und Kultur der Stadt aufbewahrt, die älteste Urkunde stammte aus dem Jahr 922. Auch zahlreiche Nachlässe, darunter der des Schriftstellers Heinrich Böll, Notenautographe des Komponisten Jacques Offenbach sowie Briefe des Lyrikers Paul Celan befanden sich dort.

Stadtarchiv Köln - Restaurierung

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Beim Einsturz wurden Tonnen von Dokumenten unter Schutt begraben. Sie müssen nun aufwendig restauriert werden. Experten gehen davon aus, dass es bis zu 50 Jahre dauert, bis die Arbeiten abgeschlossen sind. Der Schaden beläuft sich laut der Stadt Köln insgesamt auf mehr als eine Milliarde Euro.

Einsturzstelle Stadtarchiv Köln

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So sieht die Einsturzstelle heute aus. Nach neun Jahren wird nun am Landgericht Köln verhandelt, wer Schuld an dem Unglück trägt. Der Strafprozess gegen fünf Angeklagte, die am Ausbau der U-Bahn beteiligt waren, muss schnell verhandelt werden. Wenn bis zum 2. März 2019 kein Urteil gesprochen wird, verjährt der Fall.

© SZ.de/dpa/eca
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