LeuteTrotz dem Protz

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Holger Hollemann/dpa

Margot Käßmann wünscht sich weniger opulente Einschulungsfeiern. Sabine Postel verdankt das gute Verhältnis zu ihren Eltern einer frühen Abnabelung. Und Jella Haase macht den Spielplatz zum Fitnessstudio.

Margot Käßmann, 64, evangelische Theologin, rät zu bescheidenen Einschulungsfeiern. "Ja, Schulanfang ist ein besonderer Schritt. Aber Protz- und Prunkfeste müssen nicht sein", schrieb sie in der Bild am Sonntag. Käßmann warnte davor, "von Anfang an das Miteinander auf Augenhöhe" zu zerstören: Wer nicht mithalten könne, werde zum Außenseiter, bevor die erste Unterrichtsstunde begonnen habe. "Kinder freuen sich auch über einen selbst gebackenen Kuchen und brauchen keine Statussymbole."

Georg Wendt/dpa

Sabine Postel, 68, Schauspielerin, verdankt die Nähe zu ihren Eltern einer frühen Distanz. Mit 18 oder 19 Jahren sei sie auf die Schauspielschule gegangen, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Deshalb habe es keine Nesthockerkonflikte gegeben. Als ihr Vater dann einen Schlaganfall hatte, habe sie viel zurückgeben können. Inzwischen lebe nur noch ihre 92-jährige Mutter, und das Verhältnis sei sehr eng, sagte Postel. Ihr Sohn hat es ihr gleichgetan und ebenfalls früh räumlichen Abstand gesucht. Sein gesamtes Studium, seinen Master und seinen Doktor habe er mit einem Stipendium in England gemacht. "Das erfüllt mich natürlich auch mit Stolz", sagte die Schauspielerin.

Jella Haase als DDR-Agentin Kleo Straub in einer erfolgreichen Netflix-Serie: Der US-Konzern produziert inzwischen in allen wichtigen Märkten eigene Serien und Filme.
Jella Haase als DDR-Agentin Kleo Straub in einer erfolgreichen Netflix-Serie: Der US-Konzern produziert inzwischen in allen wichtigen Märkten eigene Serien und Filme. Julia Terjung/dpa

Jella Haase, 28, Schauspielerin, verlegt das Fitnessstudio auf den Spielplatz. "Mit meiner Personal Trainerin habe ich an Klettergerüsten auf dem Spielplatz trainiert", sagte sie der Bild am Sonntag und meinte damit die Vorbereitung zum Dreh der Netflix-Serie "Kleo", in der Haase eine fiktive Stasi-Agentin spielt. "Es war hart, das durchzuhalten." Aber sie sei noch nie so eins mit ihrem Körper und Geist gewesen. Auch privat habe sie sich plötzlich total stark gefühlt, wenn sie am Wochenende mit Freunden aus gewesen war. "Eigentlich bin ich ein fauler Mensch."

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