SZ-Kolumne "Bester Dinge":Kamera läuft

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(Foto: Middle East Monitor)

In Ägypten hat ein Dieb einem Journalisten während eines Livestreams das Handy geklaut. Aber weit ist er nicht gekommen - weil er eines nicht bedacht hat.

Von Martin Zips

Auch unter Dieben soll es Menschen geben, die ihr Handwerk wirklich gut beherrschen. Und letztlich ist es ja egal, ob man gerade einen fliegenden Teppich klaut, sich ein paar gebratene Hähnchen mit der Angel aus dem Kamin fischt oder den Sheriff von Nottingham um seine Besitztümer bringt. Hauptsache, man fliegt nicht auf! Gelegenheit macht Diebe, so heißt es ja. Den Satz haben wir uns übrigens bei Francis Bacon geklaut.

In Ägypten hat ein Dieb einem Journalisten das Handy gestohlen. Der Journalist hatte gerade über ein kleines Erdbeben berichtet und dabei seine Kamera auf sich selbst gerichtet. Durch den Livestream wird das Augenzeugendasein noch authentischer! Aber auf der Flucht hat der depperte Dieb vergessen, den Livestream auszuschalten, und dann gab's gleich ein paar Zuschauer, die gesagt haben: "Du, das ist doch der Dings", und - zack - wurde der Dieb festgenommen. In München haben kürzlich zwei Diebe einem Cabriofahrer, der vor einer roten Ampel stand, die teure Uhr vom Handgelenk gerissen. Und interessant, diese Diebe haben sie offenbar bis heute nicht gefunden. Vielleicht, weil sie die Kamera in der Uhr rechtzeitig ausgestellt haben oder so.

Da haben wir gleich an unsere Eltern denken müssen, die immer gesagt haben: "Lass dich nur nicht erwischen." Zum Beispiel, wenn man den Kaugummiautomaten vor der Grundschule geknackt hat. Und heute ist man ja total froh, dass man noch keine Doktorarbeit oder Autobiografie verfasst hat, weil, da wird auch viel geklaut. Sollten Sie jedenfalls einen der Diebe kennen, die dem Münchner Cabrio-Fahrer die Uhr entwendet haben: Melden Sie sich! Am besten bei der Polizei. Wir kommen dann gerne vorbei und machen einen Livestream draus.

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