DüsseldorfFeuerwerkskörper explodiert zu niedrig - 19 Menschen verletzt

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Beim Abschlussfeuerwerk der Rheinkirmes ist eine Rakete offenbar in zu geringer Höhe detoniert.
Beim Abschlussfeuerwerk der Rheinkirmes ist eine Rakete offenbar in zu geringer Höhe detoniert. (Foto: David Young/dpa)

Beim Abschlussfeuerwerk der Rheinkirmes kommt es zu einem schweren Unfall. Mehrere Besucher müssen ins Krankenhaus, das Fest wird abgebrochen. Nun gibt es erste Anhaltspunkte, was passiert sein könnte.

Bei einem Unfall mit einem Feuerwerkskörper auf der Rheinkirmes in Düsseldorf sind 19 Menschen verletzt worden. Unter ihnen sei mindestens ein Kind; vier von ihnen seien schwer verletzt, sagte ein Sprecher der Polizei in der Nacht. Nach ihren Angaben war einer der Feuerwerkskörper beim großen Feuerwerk am späten Freitagabend in zu niedriger Höhe detoniert.

Die Ursache ist noch unklar. Derzeit gehe man von einem tragischen Unglück aus, hieß es von einem Polizeisprecher am Samstagvormittag. Möglicherweise sei ein umgekippter Startbehälter der Grund, warum der Feuerwerkskörper zu niedrig explodiert sei. Darauf deuteten verschiedene Videos vom Abend hin. Am Nachmittag warnte ein leitender Polizeibeamter im Gespräch mit Journalisten allerdings vor voreiligen Schlüssen. Die Spurensicherung sei abgeschlossen worden. Einige Rohre der Abschussbehälter würden jetzt vom Landeskriminalamt im Labor untersucht. „Eine abschließende Aussage ist noch nicht möglich“, sagte Polizeioberrat Jannik Möller.

Der Veranstalter beendete das Fest nach dem Unglück gegen 22.45 Uhr für diesen Tag vorzeitig. Eigentlich hätte die Kirmes bis in die frühen Morgenstunden geöffnet bleiben sollen. Man bedauere den Unfall sehr, hieß es in einer Mitteilung. Ein Sprecher erklärte, man müsse jetzt „prüfen, ob die Tradition des Kirmesfeuerwerks im kommenden Jahr fortgesetzt wird“. Kirmeschef Andreas Paul Stieber sagte am Sonntag bei einer Abschluss-Pressekonferenz, seine persönliche Tendenz gehe eher gegen eine erneute Durchführung. „Es ist nach diesem Schock vom Freitagabend schwer, mich nochmals dafür zu entscheiden“, sagte Stieber. Er und sein Team wollen aber auch mit Rücksicht auf die Opfer erst später endgültig darüber entscheiden. Zuerst müsse nach seiner Überzeugung das Ermittlungsergebnis der Kriminalpolizei abgewartet werden.

Die Feuerwehr und der Rettungsdienst waren mit etwa 80 Personen im Einsatz, er dauerte rund zwei Stunden. Etwa eine Stunde nach dem Vorfall sei der letzte Patient ins Krankenhaus gebracht worden, hieß es von der Feuerwehr. Einem Sprecher zufolge kamen nur manche der Verletzten in Kliniken. Die Lage bei den Opfern sei am Vormittag unverändert, teilten Feuerwehr und Polizei am Samstag mit.

Ersthelfer und Polizisten tragen eine Verletze zu den Sanitätern auf einer Brücke.
Ersthelfer und Polizisten tragen eine Verletze zu den Sanitätern auf einer Brücke. (Foto: David Young/dpa)

Große Drohnenshow vor dem Feuerwerk

Aufsehen hatten die Veranstalter mit ihrer Ankündigung zur größten Drohnenshow Deutschlands erregt: Die mit Musik unterlegte etwa 20-minütige Show, bei der 1000 Drohnen mit kleinen Lampen riesige Skulpturen am Abendhimmel bildeten, fand am ersten Samstag des Volksfestes und ein zweites Mal am Freitagabend statt. Unmittelbar danach folgte das traditionelle Feuerwerk.

Mit der Rheinkirmes feiert der mehr als 700 Jahre alte St. Sebastianus Schützenverein den Namenstag seines Schutzpatrons St. Apollinaris.

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