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Springbrunnen in Dubai:Groß ist nicht groß genug

Attempt to break the Guinness World Record for the world's largest fountain in Dubai

Der Palmbrunnen in Dubai hat es ins Guinness-Buch der Rekorde geschafft.

(Foto: Rula Rouhana/Reuters)

Das höchste Gebäude der Erde, das größte Indoor-Skiresort des Planeten und eine künstlich angelegte Palmeninsel gibt es schon. Nun kann man in Dubai den nächsten Weltrekord besichtigen.

Von Philipp Saul

"Ich will die Nummer eins sein. Nicht in der Region, sondern in der Welt." Das sind die Worte von Scheich Mohammed Bin Rashid Al Maktoum. Gigantomanie ist für ihn offenbar kein Schimpfwort, sondern Gestaltungsprinzip. Mitten in der Corona-Krise ist der Herrscher von Dubai seinem Ziel ein Stück näher gekommen, wieder einmal. Denn in Dubai stehen jetzt nicht nur der höchste Turm und die erste künstliche Palmeninsel der Welt, sondern auch der größte Springbrunnen.

Der sogenannte Palmenbrunnen erstreckt sich mit zwei großen schwimmenden Plattformen über eine Fläche von insgesamt mehr als 1300 Quadratmetern, das entspricht der Fläche eines olympischen Schwimmbeckens. Er geht aber nicht nur in die Breite, sondern auch in die Höhe: Die Anlage kann Wasserfontänen bis zu 105 Meter hoch in die Luft schießen.

Attempt to break the Guinness World Record for the world's largest fountain in Dubai

Bis zu 105 Meter hoch kann das Wasser auf der Anlage in die Luft geschossen werden..

(Foto: Rula Rouhana/Reuters)

Mehr als 3000 LED-Leuchten können den Brunnen und das Wasser erhellen. Die Einweihung am Donnerstagabend wurde mit einem großen Feuerwerk und einer Musikshow gefeiert. Der Palmenbrunnen soll das ganze Jahr über geöffnet sein.

"Dieser Brunnen ist ein Beispiel für einen weiteren Meilenstein in Dubais architektonischen Errungenschaften", sagte Shaddy Gaad vom Guinness-Buch der Rekorde einer Mitteilung zufolge. "Wir freuen uns, ihn als offiziell erstaunlich zu deklarieren."

Die Palmeninsel Jumeirah auf einer Aufnahme im Jahr 2007

(Foto: Kamran Jebreili/AP)

Architektonische Errungenschaften gibt es in der bevölkerungsreichsten Stadt der Vereinigten Arabischen Emirate so einige. Hinter der glitzernden Fassade stecken meist Heerscharen ausländischer Arbeitsmigranten. Eines der bekanntesten Bauprojekte der Millionenstadt am Persischen Golf bildet die Umgebung für den gerade eingeweihten Palmenbrunnen. Dieser befindet sich nämlich - und daher kommt wohl der Name - am Stamm einer künstlichen Palme. Nein, nicht etwa eines Palmenbaums aus Plastik, sondern der Palmeninsel Jumeirah: ein aufgeschüttetes Eiland in Form einer etwa fünf mal fünf Kilometer großen Palme.

*** BESTPIX *** General Views of Dubai

Über den Wolken: In der Skyline von Dubai ragt der Burj Khalifa (ganz rechts) besonders heraus.

(Foto: Tom Dulat)

Im Gegensatz zur Palmeninsel Jumeirah und zum Palmenbrunnen ist das bekannteste Wahrzeichen der Stadt nicht ins Wasser hinein gebaut, sondern in die Luft. Die bis zu 105 Meter hohen Fontänen des Rekordbrunnens wirken dagegen klein. Der Burj Khalifa in Downtown Dubai ragt 828,9 Meter in die Höhe, 163 Etagen umfasst er - das höchste Gebäude der Welt.

Auf dem Hubschrauberlandeplatz des ebenfalls sehr bekannten Burj al Arab spielten sogar schon Andre Agassi und Roger Federer ein Tennismatch - natürlich auf dem höchstgelegenen Tennisplatz der Welt. Weitere Weltrekorde, die Dubai innehat: das größte Indoor-Skirestort, die größte in Form geschnittene Pflanze, die längste Unterwasserradio-Livesendung oder der Parfumflakon mit den meisten Diamanten.

Dubai durch einen Bilderrahmen

(Foto: Karim Sahib/AFP)

Großprojekte wie der Burj Khalifa oder der neue Brunnen sollen das Prestige Dubais erhöhen nach dem Motto größer, moderner, glamouröser. Passend dazu steht seit wenigen Jahren der Dubai Frame in der Küstenstadt. Das 150 Meter hohe Bauwerk ist tatsächlich, wie der Name sagt, ein Bilderrahmen. Je nach Perspektive blickt man durch den begehbaren Rahmen auf die Alt- oder auf die Neustadt Dubais. Ein Superlativ der Selbstdarstellung. Da wirkt der bunt leuchtende Palmenbrunnen fast schon bescheiden.

© SZ/nase/afis

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