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Drogenkrieg in Mexiko:Selbstjustiz an Gangstern

Die Bevölkerung lebt dabei zunehmend verängstigt - und sie weiß sich in ihrer Not wiederum nur mit extremsten Mitteln zu helfen. Da die Polizei in vielen Fällen nicht in der Lage ist, Gewalttäter dingfest zu machen, greifen die Menschen immer wieder zur Selbstjustiz. Vor allem in den ländlichen Gebieten im Süden Mexikos fühlen sich die Menschen schutzlos der wachsenden Gewalt krimineller Banden ausgesetzt.

A police officer stands guard during the funeral of victims killed at a family birthday party, in Ciudad Juarez

Polizist in Ciudad Juarez: Fast jeden Tag werden neue Gräueltaten publik, Mexiko befindet sich im Würgegriff der Drogenbarone.

(Foto: REUTERS)

Bei einer Auseinandersetzung zwischen mutmaßlichen Kriminellen und Bewohnern eines Dorfes sind nun im Süden Mexikos sechs Menschen getötet worden, darunter eine Frau und ein Kind.

Wie die Zeitung El Universal unter Berufung auf die Behörden des Bundesstaates Oaxaca am Sonntag berichtete, ereignete sich die Tragödie am Freitagabend in dem Dorf Santa Cruz Tepenixtlahuaca.

Die mehrheitlich indigene Bevölkerung des Ortes habe bei einer Versammlung beschlossen, gegen eine Gruppe von mutmaßlichen Kriminellen vorzugehen. Diese wurden von den Dorfbewohnern des Mordes, der Vergewaltigung und des Viehdiebstahls beschuldigt.

Etwa 100 Männer seien bewaffnet zu der Ranch La Soledad gezogen, wo die verdächtigten Männer mit ihren Familien wohnten. Diese hätten aber das Feuer eröffnet, sagte Staatsanwalt Manuel de Jesús López laut dem Bericht. Daraufhin sei es zu einer wilden Schießerei gekommen, in deren Verlauf die Menschenmenge das Haus in Brand gesetzt habe.

Bei den Toten handelt es sich den Angaben der Staatsanwaltschaft zufolge um Familienangehörige der Angegriffenen.

© dapd/dpa/grc
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