Dresden:Christstollen aus dem Glockenturm

Die Dresdner Frauenkirche ist der optimale Ort für die Reifung des Weihnachtsgebäcks: so schön kalt und zugig.

Im südwestlichen Glockenturm C der Dresdner Frauenkirche reifen erstmals echte Dresdner Christstollen. Die auf 300 Stück limitierte Edition wurde am Freitag in 29 Metern Höhe eingelagert. Die klimatischen Bedingungen dort seien ideal für das berühmte Weihnachtsgebäck, "keine Heizung, ein durchgehender Wind und die Temperatur um fünf Grad sind extrem gut", sagte Meister Rüdiger Zopp von der Dresdner Mühlenbäckerei.

Die "Striezel" bleiben bis zur richtigen Konsistenz für den Verzehr hinter den Fensterläden der Glockenstube der 1945 zerstörten und nach 1990 mit Spenden aus aller Welt wiedererrichteten Spätbarockkirche - zwischen Himmel und Erde. Die Reifung des frischgebackenen Stollens ist laut Zopp entscheidend für den Geschmack. Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Luftqualität und ihre Zirkulation spielten dabei eine große Rolle. "Früher wurde er bis zum Advent in der ungeheizten Schlafstube aufbewahrt, das gibt es aber heute gar nicht mehr."

In 40 Tagen, Ende November, soll die Sonderedition verkauft werden, mit einem Spendenanteil für die Stiftung Frauenkirche. "Die Frauenkirche und Stollen gehören zu Dresden, sind mit der Stadt verbunden, und da ist es naheliegend, dass man eine Art Joint Venture macht", sagte Pfarrer Markus Engelhardt. Früher sei ihm Marketing relativ fremd gewesen, es sei aber für Unterhalt und Nutzung des Bauwerks wichtig. Der Bau müsse sich selbst tragen und sei "ein Hybrid" aus sakralem Raum und Veranstaltungsort.

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