Dresden (dpa) - Im Rückblick auf die vor 30 Jahren mit der Wiedervereinigung beendete deutsche Teilung plädieren die sächsischen Bischöfe Tobias Bilz und Heinrich Timmerevers in der gegenwärtigen Corona-Krise für gegenseitigen Respekt und gesellschaftlichen Dialog. „Gerechtigkeit wird wachsen, wenn wir für fairen Interessensausgleich sorgen und damit die Basis für ein friedliches Miteinander legen“, hießt es in einer gemeinsamen Erklärung zum Jubiläum der Deutschen Einheit vom Donnerstag, die auch vom Arbeitskreis Christlicher Kirchen in Sachsen getragen wird. „Dazu gehört das respektvolle und offene Reden über alles, was uns umtreibt.“
Für die Kirchen ist der 3. Oktober ein Tag großer Dankbarkeit. „Es wurden gewiss nicht alle Chancen genutzt“, sagten der evangelische Landesbischof Bilz und der Bischof des Bistums Dresden-Meißen, Timmerevers. Ostdeutschland sei ein Neubeginn geschenkt worden, inklusive Freiheit und Demokratie, Menschenwürde und Gerechtigkeit. Mit diesen Erfahrungen im Rücken ließen sich neue Kraft und Zuversicht gewinnen für die aktuellen Herausforderungen wie Corona-Pandemie, Flucht und Klimaveränderungen.
2020 gelte mehr denn je, die den Menschen von Gott anvertraute und fragile Welt zu bewahren und zu gestalten, mahnten die Bischöfe. Sein Geist setze „die Kraft frei, nimmt den Nächsten in den Blick und bringt Menschen zur Besinnung“. Damit könne fortgeführt werden, „was 1989/90 mutig begonnen wurde“.