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Dresden:Monsterfisch unbekannter Herkunft

Fisch-Skulptur am Elbufer

"Do not touch, do not feed!", steht auf dem Schild des plötzlich aufgetauchten Fischgebildes am Dresdner Elbufer.

(Foto: Robert Michael/dpa)

Am Dresdner Elbufer ist ein riesiges Holztier mit 102 Zähnen aufgetaucht. Der Fisch wäre für sich schon eine Attraktion, zumal völlig unbekannt ist, wer ihn warum dorthin gebracht hat.

Von Cornelius Pollmer, Dresden

Die Dresdner Elbauen sind ein Ort für den Sommer, ein Ort für erste Küsse, ersten Weltschmerz, ein Ort für den ersten Besuch eines Konzerts von Roland Kaiser, und sei es als Umsonst-und-draußen-Schnorrer neben der Bühne am Königsufer und sehr bemüht darum, alle Freude irgendwie ironisch wirken zu lassen.

Das Elbufer hat jetzt, unerwartet und erstmalig, ein buntes Winterhighlight bekommen. Ein aus Holz und offenbar Schellack zusammengebautes Tier ist aufgetaucht. Es ist als "Monsterfisch" unmittelbar Gegenstand des privaten und medialen Stadtgesprächs geworden. 102 Zähne zählt das Tier nach Recherchen von Sächsischer Zeitung und Bild. Diese Zähne zacken das Monsterfischmaul auf der einen Seite des Tieres, an der anderen steht ein Heatmap-farbenes Flossensegel stolz und stabil in der Luft.

Fisch-Skulptur am Elbufer

Der Fisch und die historische Altstadtkulisse mit der Frauenkirche (von links), dem Rathaus, der Hofkirche und dem Hausmannsturm.

(Foto: Robert Michael/dpa)

Der Fisch wäre für sich schon eine Attraktion, er ist mit seinem Auftauchen in dieser Woche eine größere dadurch geworden, dass völlig unbekannt ist, wer ihn in welchem Geist hierhin gebracht hat. Man weiß wirklich gar nichts über diesen Fisch, außer dass er jetzt eben da ist. Und obschon die Grundstimmung in Dresden gegenüber eigentlich aller Kunst, die nach der Ära Alter Meister entstanden ist, leider nach wie vor eher skeptisch ist, scheint gegen den Fisch jetzt zunächst niemand etwas zu haben.

Selbst die Stadtverwaltung merkt zwar leise an, ein nicht schwimmender und sich damit also auch nicht auf Durchreise befindender Fisch brauche eine Aufenthaltsbescheinigung, weil er "nun mal in einem Landschaftsschutzgebiet aufgetaucht" sei. Aber wo bei anderen Vergehen das Ordnungsamt doch recht kompromisslos den Bußgeld-Biedermeier am Leben hält, signalisiert die Stadt in diesem Fall sofort sympathisch Nachsicht. Das mit dem Landschaftsschutzgebiet könne ja "nicht jeder Fisch wissen".

© SZ/ick
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