bedeckt München 21°
vgwortpixel

Drei Babys erstickt:Mutter muss für 13 Jahre ins Gefängnis

Nicht am plötzlichen Kindstod starben ihre drei Kinder, wie die Mutter behauptete. Sie selbst hat ihre zwei Söhne und eine Tochter erstickt. Das Landgericht Limburg verurteilte die Frau nun zu einer langen Haftstrafe - blieb damit jedoch hinter der Forderung der Anklage zurück.

Sie hat drei Kinder zur Welt gebracht und alle drei mit einem Spucktuch erstickt. Jetzt muss die Mutter für 13 Jahre ins Gefängnis. Das Landgericht Liburg verurteilte die 33 Jahre alte Hessin wegen Totschlags. "Sie fühlte sich mit ihrer Rolle als Mutter überfordert", sagte die Vorsitzende Richterin Karin Walter bei der Urteilsbegründung.

Mutter wegen Mordes an drei Säuglingen vor Gericht

Für 13 Jahre muss eine Frau aus Hessen ins Gefängnis. Sie hatte ihre drei Kinder wenige Wochen nach der Geburt erstickt.

(Foto: dpa)

Das Gericht sah die Taten jedoch nicht als Mord an. Mordmerkmale wie etwa niedrige Beweggründe hätten nicht vorgelegen, hieß es. Die Frau aus Villmar hatte gestanden, in den Jahren 2004, 2006 und 2009 zwei Söhne und eine Tochter mit einem Spucktuch erstickt zu haben. Die Kinder wurden nur wenige Wochen alt. Vor Gericht hatte die Mutter ausgesagt, dass sie das Geschrei der Kleinen nicht mehr ertragen konnte.

Letztendlich habe aber ein Bündel von Motiven zu den Taten geführt, erklärte die Richterin. Das Schreien der Kinder sei nur ein Teilaspekt gewesen. Dem Vater der Kinder sagte die Frau nichts von ihren Taten. Sie erzählte ihm stattdessen, die Säuglinge seien an plötzlichem Kindstod gestorben. Der Mann hatte zeitweise in Russland gelebt.

Gerichtsmediziner und Ermittler waren erst auf die Fälle aufmerksam geworden, als das dritte tote Baby obduziert wurde. Im Prozess hatte die Staatsanwaltschaft eine lebenslange Haftstrafe wegen Mordes und die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld gefordert. Die Verteidigung plädierte auf vier Jahre Haft wegen Totschlags in einem minderschweren Fall.

Ob die Anklagebehörde in Revision gehen wird, war zunächst noch offen. Dies werde jedoch ernsthaft geprüft, sagte Oberstaatsanwalt Hans-Joachim Herrchen.

© Süddeutsche.de/dpa/leja/mkoh

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite