Drama in US-Zoo Löwin tötet Vater ihrer drei Jungen

Der Löwe Nyack wurde von seiner Partnerin getötet - für Zoomitarbeiter völlig überraschend.

(Foto: Reuters)
  • In einem Zoo in Indianapolis hat eine Löwin ihren Partner, den zehnjährigen Löwen Nyack, getötet.
  • Dem Vorfall war keine Aggression zwischen den Tieren vorausgegangen.
  • Ein tödliches Ende eines Kampfes zwischen Löwen in Gefangenschaft ist sehr selten.
Von Christian Simon

Im Zoo von Indianapolis im US-Bundestaat Indiana hat eine Löwin einen Artgenossen getötet. Die Tierpfleger versuchten noch, die zwölfjährige Zuri von dem zwei Jahre jüngeren Nyack zu trennen, doch das Männchen erstickte nach einem Biss ins Genick.

Die beiden Tiere lebten acht Jahre lang zusammen in einem Gehege und zeugten in dieser Zeit drei Junge, die ebenfalls im Zoo von Indianapolis untergebracht sind, zwei davon allerdings getrennt in einem anderen Gehege. Zuvor soll es Zoomitarbeitern zufolge keine Anzeichen für Aggressivität zwischen den Löwen gegeben haben.

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Löwen kämpfen meist nur spielerisch

Der Zoodirektor sagte dem Guardian, die Mitarbeiter des Zoos seien "am Boden zerstört". Die Ursache für das Verhalten könne womöglich nie aufgeklärt werden. Der Vorfall werde untersucht, es gebe bisher aber keine Anhaltspunkte, die eine Veränderung in der Haltung der Tiere begründen würde.

Johannes Kirchgatter, Afrikareferent des WWF, hält solche Situationen auch ohne Haltungsfehler für möglich. "In Zoos kommt es immer wieder zu Verhaltensanomalien, gerade bei Tieren mit viel Platzbedarf, die viele ihrer natürlichen Verhaltensweisen in Gefangenschaft nicht ausleben können", sagt der Experte. Grundsätzlich gehörten eine gewisse Aggressivität und Nackenbisse aber auch zum normalen Paarungsverhalten der Löwen. Dass die Löwin versehentlich tötete, hält Kirchgatter deshalb ebenfalls für möglich.

Im Zoo können sich die Tiere nicht aus dem Weg gehen

Es gibt auch Fälle, in denen sich Löwen in freier Wildbahn untereinander töten: Wenn ein Löwe stirbt oder von einem stärkeren Männchen abgelöst wird, tötet der neue Anführer die Jungen seines Konkurrenten, um Platz für seine eigenen Nachkommen zu schaffen. Auch zu aggressivem Verhalten zwischen erwachsenen Tieren kommt es in der Natur, etwa bei Futterknappheit. "Dann teilt sich ein Rudel auch schon mal für mehrere Tage auf", sagt Kirchgatter. "Im Zoo können sich die Tiere weniger aus dem Weg gehen."

Dass sich Zootiere untereinander töten, kommt trotzdem nur selten vor. 2013 tötete ein Löwe eine Löwin im Zoo von Dallas, 2017 passierte dasselbe in den Niederlanden. Berichte über Fälle, in dem eine Löwin einen Löwen getötet hat, finden sich noch weniger. Deutlich häufiger werden Zoobesucher zum Opfer, weil sie sich falsch verhalten oder unberechtigterweise in gefährliche Gehege gelangen.

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