Dortmund Lidl-Erpresser müssen fast drei Jahre ins Gefängnis

Prozessauftakt im Dortmunder Landgericht. Nun wurden die zwei Angeklagten verurteilt.

(Foto: dpa)

In mehreren Supermärkten in Nordrhein-Westfalen hinterließen sie vergiftete Lebensmittel. Nun hat das Dortmunder Landgericht zwei Männer verurteilt.

Wegen Erpressung des Lebensmittel-Discounters Lidl hat das Dortmunder Landgericht zwei Männer zu jeweils zwei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Angeklagten, 45 und 46 Jahre alt, in mehreren Filialen in Dortmund, Wuppertal und dem Rheinland vergiftete Produkte in die Regale gestellt hatten. Sie versetzten Zahnpasta, Nougatcreme und Dominosteine mit Pflanzenschutzmittel. Die Dosierung war dem Gericht zufolge aber so gering, dass zu keiner Zeit eine Gefahr für Verbraucher bestand.

"Man hätte schon eine Tonne Dominosteine essen müssen, um überhaupt etwas zu bemerken", sagte der Vorsitzende Richter Thomas Kelm in der Urteilsbegründung. Das habe sich mildernd auf das Strafmaß ausgewirkt.

Kriminalität "Die Chancen sind hoch, einen Lebensmittel-Erpresser zu fassen"

Krisenforscher

"Die Chancen sind hoch, einen Lebensmittel-Erpresser zu fassen"

Krisenforscher Frank Roselieb erklärt, wie häufig Unternehmen erpresst werden, warum die Öffentlichkeit von den meisten Fällen nie erfährt - und wie hoch das Risiko für Kunden wirklich ist.   Interview von Anna Fischhaber

Die beiden Männer forderten fünf Millionen Euro - zu zahlen in der Internetwährung Bitcoin. Doch zur Zahlung kam es nicht. Die Angeklagten hatten die Tat bis zuletzt bestritten. Ihre Verteidiger kündigten an, Revision einzulegen.