SZ-Serie "Ein Anruf bei...":"Wir fanden es immer recht nett im Kreisverkehr"

Lesezeit: 1 min

SZ-Serie "Ein Anruf bei...": Daniel Meyer (Zweiter von links) und weitere angehende Brauer im Jahr 2017 in einem Dortmunder Kreisverkehr.

Daniel Meyer (Zweiter von links) und weitere angehende Brauer im Jahr 2017 in einem Dortmunder Kreisverkehr.

(Foto: privat)

Der Kölner Brauer Daniel Meyer lüftet das Geheimnis, warum ein Dortmunder Kreisverkehr plötzlich auf Google Maps "Brauer-Gedächtnis-Park" hieß.

Interview von Martin Zips

Der Kölner Daniel Meyer, 25, lüftet das Rätsel, warum ein Dortmunder Kreisverkehr zuletzt auf Google Maps als "Brauer-Gedächtnis-Park" bezeichnet wurde.

SZ: Herr Meyer, wie kam es zu der Umwidmung des Kreisverkehrs?

Daniel Meyer: Das waren wir! Sie müssen dazu wissen, dass angehende Brauer aus Nordrhein-Westfalen zweimal jährlich sechs Wochen in Dortmund zusammenkommen. Denn dort befindet sich eine Berufsschule für Brauer.

SZ-Serie "Ein Anruf bei...": Die Verkehrsinsel in der Dortmunder Innenstadt, die nun kurzfristige Berühmtheit erlangt hat. Das rote Nashorn wirbt übrigens für einen Lokalsender.

Die Verkehrsinsel in der Dortmunder Innenstadt, die nun kurzfristige Berühmtheit erlangt hat. Das rote Nashorn wirbt übrigens für einen Lokalsender.

(Foto: Dieter Menne/dpa)

Und diese Brauer treffen sich abends immer im Kreisverkehr?

Ja, damals, als wir die Ausbildung dort gemacht haben, da stand im Kreisverkehr anfangs sogar noch ein Baum, da konnte man im Schatten sitzen.

Und Bier trinken.

Gutes Bier! Eines, bei dem das Preis-Leistungsverhältnis stimmt. Unsere Klassengruppe "126 Hansabande" fand es immer recht nett im Kreisverkehr. Aber eigentlich waren wir im Kolpinghaus untergebracht, das da direkt um die Ecke ist.

Wann kamen Sie auf die Idee, den Kreisverkehr bei Google Maps als "Brauer-Gedächtnis-Park" einzutragen?

Das muss so 2017 gewesen sein. Es war eine Bierlaune. Dass das erst jetzt, fünf Jahre später, von lokalen Zeitungen bemerkt wurde, das hat uns schon erstaunt. Und leider: Weil jetzt immer mehr Medien darüber berichten, hat Google die Bezeichnung wieder gelöscht. Wir Brauer finden das schade.

SZ-Serie "Ein Anruf bei...": Google Maps hat den Namen "Brauer-Gedächtnis-Park" nun nach fünf Jahren gelöscht. Daniel Meyer findet das schade.

Google Maps hat den Namen "Brauer-Gedächtnis-Park" nun nach fünf Jahren gelöscht. Daniel Meyer findet das schade.

(Foto: privat)

Herr Meyer, Sie arbeiten mittlerweile bei einer der großen Kölner Brauereien. Trinken Sie noch immer Bier in Kreisverkehren?

Nein, nein. Jetzt natürlich nicht mehr. Ich möchte es auch niemandem weiterempfehlen. Aber in der Ausbildung, da macht man halt so verrückte Sachen. Wir haben uns sogar ein altes Sofa auf die Verkehrsinsel geschleppt. Das stand da dann wochenlang herum. Vielleicht dachte jemand, das muss so sein.

In Kreisverkehren steht heutzutage ja alles Mögliche rum.

War das früher denn nicht so?

Nur in Paris. Dort gibt es den Triumphbogen in der Mitte eines Kreisverkehrs.

Stimmt. Aber der heißt ja auch auf Google Maps so. Der Dortmunder Kreisverkehr ist zum Glück deutlich weniger befahren als der in Paris.

Weitere Folgen der SZ-Serie "Ein Anruf bei ..." finden Sie hier.

Zur SZ-Startseite
Hippes von hier - Amperbräu

SZ PlusSZ-Serie: Hippes von Hier
:Von der Schnapsidee zur eigenen Brauerei

In Feierlaune beschließen junge Dachauer vor Jahren: Warum nicht selbst brauen? Inzwischen steht ihr "Amperbräu" in Supermarktregalen. Neue Biere erfinden die Freunde aber immer noch in der Garage.

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Abo kündigen
  • Kontakt und Impressum
  • AGB