Doppelnamen:Treffen sich Herr White und Frau Christmas ...

Britisches Paar heißt nach Trauung White-Christmas

Der Mann in Schwarz, das ist Mr White. Und die Frau in Weiß ist Mrs Christmas. Zusammen sind sie das Paar mit dem schönsten Doppelnamen des Jahres 2020.

(Foto: Memories Made Photography/PA Media/dpa)

... und nach der Hochzeit heißen sie - genau: Mr and Mrs White Christmas. Da können Frau Leutheusser-Schnarrenberger und Frau Kramp-Karrenbauer doch glatt einpacken.

Von Oliver Klasen

Keiran White, so schreiben es jedenfalls englische Medien, muss sich noch ein bisschen gewöhnen an den Doppelnamen, den er jetzt trägt, nach der Hochzeit mit seiner Jugendliebe. Das Paar hat sich diese Woche im englischen Bath das Ja-Wort gegeben. Der Supermarktangestellte Keiran White also, 20, heiratet die Studentin Tilly Christmas, 21, und zusammen sind sie Mr und Mrs White Christmas.

Man kann - vom Namen her jetzt - gewinnen und verlieren mit so einer Hochzeit. Man kann schier unaussprechliche Konstrukte entwerfen, wie dies Frau Kramp und diese Frau Leutheusser einst taten. Man kann selbstbewusst drüberstehen über allem Spott, wenn man Herr Bock heißt und bereit ist, Frau Wurst zu ehelichen, mit allem, was das mit sich bringt. Aber klar, Herr White und Frau Christmas, das ist die beste Kombination seit Ying und Yang, Ernie und Bert, Gin und Tonic. Und eine Nachricht, die einem das Herz wärmt in diesem in jeder Hinsicht kalten November.

Jetzt wächst zusammen, was zusammengehört, sagte ein zu Tränen gerührter Willy Brandt, als 1989, auch im November, die Berliner Mauer gefallen war. Tatsächlich wurden die beiden Deutschlands dann verheiratet, aber es flogen und fliegen oft die Fetzen in dieser Ehe.

Den Heiratsantrag machte er ihr an Weihnachten, wann sonst

Beim Ehepaar White Christmas war es augenscheinlich einfacher. Man liest, dass die beiden sich mit zwölf in der Schule kennenlernten und er sofort "Hals über Kopf" verliebt war. Den Antrag hat er vor zwei Jahren vor einem Brunnen in Glasgow gemacht, im Urlaub, natürlich an Weihnachten.

Man hört sich dann auf Youtube nicht nur "I'm Dreaming of a White Christmas" an, sondern auch noch "Last Christmas" und "Do They Know it's Christmas". Man erfährt bei Google, dass der Wunsch nach weißer Weihnacht bloß deshalb entstand, weil die Tradition des Weihnachtspostkartenschreibens im Jahr achtzehnhundertsechzigirgendwas im stets sehr schneereichen Neu-England entstand. Und dann freut man sich ehrlich, dass Mrs Christmas vor neun Jahren das Interesse von Mr White weckte und nicht von Mr Black.

© SZ/nas
Zur SZ-Startseite
Eingeschränkte Bestattungen in München während der Corona-Krise, 2020

SZ PlusTrauern in Corona-Zeiten
:Wo bleibt das Mitgefühl?

Sabine Gassner hat zwei Menschen durch Corona verloren. Statt Beileid hörte sie oft zweifelnde Nachfragen: Gab es Vorerkrankungen? Wie haben sie sich angesteckt? Warum das Trauern zurzeit besonders schwer ist - und was helfen kann.

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB