Für die einen sind sie ein Kreativitätsausdruckskompetenzbeweis, für andere nichts als ein Sprachentwicklungskollateralschaden: zusammengesetzte Substantive, jene sehr deutsche Erfindung, die Deutsch-Lernende an den Verzweiflungsrand treibt, weil sie sich nur selten auf zwei Bestandteile beschränkt. Und ja, zugegeben: Verwaltungsbehördenbegriffsbezeichnungen wie Rindfleischetikettierungsüberwachungsaufgabenübertragungsgesetz sprengen neben dem Menschenverstand jedes Zeitungslayout.
Dabei kann so ein Kompositum viel mehr als nur Raum einnehmen. Es kann komplexe Ausführungen zu einem Begriff verschmelzen. Beispiel: Die Erfahrung, alleine durch einen Wald zu wandern und dabei von einem Gefühl der Einsamkeit überwältigt zu werden, beschreibt man im Deutschen als "Waldeinsamkeit".
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Und wer würde sich an jene Donaudampfschifffahrtsgesellschaft erinnern, die vor 200 Jahren erstmals ins Leben gerufen wurde, wenn diese nicht als berüchtigtster Bandwurm der Geschichte in die deutsche Sprache eingegangen wäre? Würde man heute noch von den Donaudampfschifffahrtschiffsbauern sprechen, die 1829 den Traum von Kaiser Franz I. realisierten und die "Erste k. k. privilegierte Donau-Dampfschifffahrts-Gesellschaft" als Aktiengesellschaft gründeten, nachdem die erste Donaudampfschifffahrtsgesellschaft leider den Bach runtergegangen war? Wäre der Beruf des Donaudampfschifffahrtsgesellschaftskapitäns jemals erfunden worden? Ganz zu schweigen von der schneidigen Donaudampfschifffahrtsgesellschaftskapitänsmütze, die ihn erst komplett macht. Ja, gäbe es keine Komposita, könnte man das Donaudampfschifffahrtsgesellschaftsjubiläum nicht mal mit einem eigenen Wort feiern.
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