SZ-Kolumne "Bester Dinge":Good bye, Selbstdarsteller!

Lesezeit: 1 min

Donald Trump in "Kevin allein in New York"
(Foto: Twentieth Century Fox/Youtube)

Wie sich die Hollywood-Gewerkschaft von einem der schlechtesten Schauspieler der Welt verabschiedet.

Von Max Sprick

Die Organisation, deren Name so klingt wie der Name eines Kindes von Elon Musk oder eines Automodells aus Rüsselsheim, ist so mächtig, dass die meisten großen Medienunternehmen einen Tarifvertrag mit ihr geschlossen haben: SAG-AFTRA. Etwa 160 000 Schauspieler, Sänger und andere Medienschaffende gehören der US-Gewerkschaft an, und entsprechend viel hat sie in Hollywood zu sagen. Eigentlich. Denn im aktuellen Fall reichten ihr zwei kleine Wörter: Thank you.

Mit diesem knappen Gruß verabschiedete die SAG-AFTRA eines ihrer prominentesten Mitglieder, das zwar schauspielerisch extrem wenig, dafür aber politisch extrem viel zu sagen pflegte. Donald Trump, bis vor Kurzem mächtigster Twitterer der Welt, hat seinen Austritt erklärt. Er wollte damit seinem Rauswurf zuvorkommen, genau wie Twitter plante die SAG-AFTRA, ihn nach dem Sturm seiner Anhänger aufs US-Kapitol loszuwerden. Dank seiner Sperre im Kurznachrichtendienst kündigte Trump seine Mitgliedschaft altmodisch per Brief.

Doch er wäre nicht @therealdonaldtrump, wenn er einfach so mit einem Formschreiben austreten würde. Stattdessen zählte er seine großen cineastischen Erfolge auf, um der Gewerkschaft deutlich zu machen, auf welchen Stern des Hollywood-Himmels sie künftig verzichten muss. "Kevin - Allein in New York" zum Beispiel, "Zoolander" oder "Der Prinz von Bel-Air", wo Trump jeweils Cameo-Auftritte hatte und für einige Sekunden sich selbst spielte. Seine Gastrolle, die ihm einst eine Goldene Himbeere für besonders schlechte Darbietungen einbrachte, erwähnte er nicht.

Übrigens war dies nicht seine Rolle als US-Präsident, sondern sein Auftritt in einem Film namens "Mein Geist will immer nur das Eine".

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