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Dienstreise:Ukrainischer Innenminister pöbelt am Flughafen

Heißsporn: Der ukrainische Innenminister Jurij Luzenko soll betrunken am Frankfurter Flughafen randaliert haben. Kiew dementierte den Vorfall.

Er pöbelte und wurde zur Ausnüchterung festgesetzt. Ein Polizeisprecher bestätigte einen Bericht der Bild-Zeitung, wonach der ukrainische Innenminister Jurij Luzenko während einer Zwischenlandung in Frankfurt am Montagabend dem Flughafenpersonal aufgefallen und gemeinsam mit seinem Sohn auf ein Polizeirevier mitgenommen worden sei.

Schlagkräftig: Der Innenminister der Ukraine, Jurij Luzenko.

(Foto: Foto: Reuters)

Details wollte ein Lufthansa-Sprecher angesichts des Diplomatenstatus des 44-jährigen Luzenko nicht kommentieren. Er sprach von einem ukrainischen Fluggast, der "einen stark alkoholisierten Eindruck machte und sehr laut war". Der Mann, der aus Kiew kam und nach Seoul weiterfliegen wollte, sei nach der Entscheidung, ihn nicht an Bord zu lassen, handgreiflich geworden und habe "deutlich randaliert".

Dementi: Flug wegen Formalien verpasst

Es sei zu befürchten gewesen, dass es auch an Bord der Maschine zu Pöbeleien gekommen wäre. "Deshalb war die Entscheidung, ihn nicht mitzunehmen und die Polizei einzuschalten, absolut richtig", sagte der Sprecher.

Die ukrainische Regierung hat den Medienberichten widersprochen. "Es gab keine Handschellen, und es gab auch keinen Konflikt wegen Trunkenheit", teilte ein Sprecher des Innenministeriums in Kiew auf Anfrage mit. Luzenko und seine Delegation seien am Montag nach der Ankunft aus Kiew in der Transitzone mit dem Ausfüllen von Dokumenten aufgehalten worden und hätten deshalb den Anschlussflug nach Seoul verpasst.

Laut Bild weigerte sich der Flugkapitän dagegen, Jurij Luzenko und seinen ebenfalls stark alkoholisierten 19-jährigen Sohn mitzunehmen. Demanach sei es zu Auseinandersetzungen gekommen, bei denen auch ein Mobiltelefon geworfen wurde. Danach ging es zur Ausnüchterung auf das Flughafenrevier.

Termin wurde bereits nachgeholt

Der ukrainische Innenminister gilt wegen seiner Ausfälle nicht gerade als staatstragendes Vorbild. Im Januar 2008 schlug Luzenko nach einer Provokation auf den Kiewer Bürgermeister Leonid Tschernowezkij ein. Dennoch sitzt er immer noch meist fest im Sattel.

Am Dienstagabend hat der Minister seine Reise nach Südkorea fortgesetzt. Er habe er dabei einen "vernünftigen Eindruck" gemacht, heißt es.

Luzenko musste nach Angaben aus Kiew wegen des Vorfalls Gespräche in Südkorea verschieben. Auf der Agenda standen unter anderem die Vorbereitungen zur Fußball-Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine verschieben. Das Treffen in Seoul sei nachgeholt worden.