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Die Queen und die US-Präsidenten:Ungewollte Küsse, peinliche Versprecher, spontane Umarmungen

Elizabeth II. hat während ihrer Regentschaft schon zahlreiche US-Präsidenten getroffen. Zu manchen hatte sie ein herzliches Verhältnis, andere fielen eher durch ihre Patzer auf. Ein Überblick.

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Harry Truman

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Quelle: ASSOCIATED PRESS

Mal kamen die Männer zu ihr, mal kam sie zu den Männern. Die Queen hat zahlreiche US-Präsidenten kommen und gehen sehen. Der erste war Harry Truman. In Wohnzimmer-Atmosphäre mit Couch und Bücherregal posieren die beiden im November 1951 in der kanadischen Botschaft in Washington. Elizabeth ist damals noch Prinzessin - doch nicht mehr lange. Nur wenige Monate nach dieser Aufnahme stirbt ihr Vater, George VI., und sie übernimmt den Thron.

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Dwight D. Eisenhower

General Eisenhower And The Royal Family

Quelle: Getty Images

Mit dem US-Präsidenten verband die Queen eine besondere Freundschaft. Die beiden kannten sich gut, weil Eisenhower mit den Eltern der Queen befreundet war. Diese Bande übertrug sich offenbar auch auf die Tochter. Später lud sie Eisenhower auf ihre Sommerresidenz Schloss Balmoral in Schottland ein, wo diese Aufnahme entstand. Der 34. US-Präsident durfte sogar auf Einladung von Elizabeth auf die königliche Yacht Britannia. Nach der Fahrt sagte ein US-Abgeordneter der BBC: "Wir sind alle in die Queen verliebt!" Die schickte, soweit bekannt, keine Liebesbriefe an Eisenhower, dafür aber ein Rezept für schottische Pfannkuchen.

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John F. Kennedy

Kennedy Philip Elizabeth

Quelle: AP

Von allen US-Präsidenten der vergangenen Jahrzehnte habe keiner eine so enge Verbindung zu Großbritannien gehabt wie John F. Kennedy, schreibt die Historikern Sally Bedell Smith. Und auf diesem Foto aus dem Buckingham Palast in London aus dem Jahr 1961 wirkt es tatsächlich so, als würden sich zwei royale Familien treffen: Prinz Philip, First Lady "Jackie" Kennedy, Queen Elizabeth II. und Präsident John F. Kennedy. In der Netflix-Serie "The Crown" wird die erste Begegnung allerdings als ein eher peinlicher Moment erzählt. Die Kennedys halten sich nicht an die Etikette, die First Lady macht keinen Knicks und beleidigt die Queen auch noch als nicht intelligent und gewöhnlich. In der Realität dürfte es nicht ganz so dramatisch gewesen sein. Jedoch gibt es Bekannte der Königsfamilie, die behaupten, dass weder das Outfit der Queen noch die Einrichtung des Palastes bei der für ihr Modebewusstsein bekannten Jackie Kennedy auf Begeisterung stießen.

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Richard Nixon

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Quelle: AP

Der 37. Präsident der Vereinigten Staaten hatte offenbar große Ambitionen, die USA und Großbritannien noch enger zusammenzubringen. Während seiner Besuche in den Jahren 1969 und 1970 soll er verbissen versucht haben, seine Tochter Tricia mit Prinz Charles zu verkuppeln - vergeblich.

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Gerald Ford

File photo of former U.S. President Gerald Ford dancing with Britain Queen Elizabeth at White House

Quelle: REUTERS

Er traf die Queen im Jahr 1976 während der Feierlichkeiten zum 200. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung. Der 38. US-Präsident galt als tollpatschig. Berühmtheit erlangte im Jahr 1975 sein Sturz in Österreich. Er fiel bei seiner Ankunft dort die letzten Stufen der Flugzeugtreppe hinunter. Im Weißen Haus, beim Ball zu den Feierlichkeiten, soll er die Queen mit seinen Tanzkünsten aber begeistert haben. Die First Lady Betty Ford schrieb später in ihren Memoiren, dass sie mit der Queen sehr gut ausgekommen sei. Nur leider habe sie ständig "Your Majesty" und "Your Highness" verwechselt. Letzteres ist eine Anrede, die zwar für Mitglieder des Königshauses üblich ist, nicht aber für Regenten oder Regentinnen.

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Jimmy Carter

Philip Carter Elizabeth

Quelle: AP

Bei seinem Besuch in London im Jahr 1977 ging der 39. US-Präsident in die Geschichte ein - mit einem beispiellosen Fauxpas. Bei der Begrüßung küsste er die Mutter der Queen auf den Mund. Die versuchte vergeblich auszuweichen und soll sich später empört haben: "Das hat niemand gemacht, seit mein Mann tot ist."

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Ronald Reagan

Elizabeth II [RF: England RF];Ronald W. Reagan

Quelle: The LIFE Images Collection/Getty

Wesentlich besser als mit Vorgänger Carter lief es mit dem Republikaner Ronald Reagan. Die Queen und er sollen einen besonderen Draht gehabt haben. Vor allem, weil er ihre Liebe zu Pferden teilte. 1982 durfte Reagan sogar mit seiner Frau Nancy auf Schloss Windsor übernachten. In seinen Memoiren schrieb der ehemalige US-Präsident, dass der Besuch "märchenhaft" gewesen sei. Ein besonderer Höhepunkt seiner Präsidentenzeit sei der Ausritt mit der Queen im Gelände von Windsor gewesen. Die Freundschaft zur englischen Königsfamilie hielt auch nach dem Ende von Reagans Präsidentschaft. 1989 schlug die Queen ihn zum Ritter.

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George Bush

FILE PHOTO: Former U.S. President George Bush bids farewell to Britain's Queen Elizabeth at Buckingham Palace in London

Quelle: REUTERS

Von dieser Begegnung bleibt vor allem der Größenunterschied in Erinnerung: Als die Queen im Jahr 1991 Washington besucht, hält sie eine Rede - von einem Podium, das zuvor auf den etwa 1,90 Meter großen US-Präsidenten eingestellt war. Als die Queen dann spricht, verschwindet sie bis zur Nase hinter einem Strauß aus Mikrofonen. Bush erzählte, sie hätten später gemeinsam über das Bild lachen können. Erstmals hatten sich die beiden 1989 getroffen, zu einem Mittagessen im Buckingham-Palast.

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Bill Clinton

FILE PHOTO: Britain's Queen Elizabeth and the Duke of Edinburgh pose for photographers with U.S. President Bill Clinton and his wife Hillary, in Buckingham Palace, London

Quelle: REUTERS

Bill Clinton und seine Frau Hillary trafen die Queen mehrmals, unter anderem hier im Jahr 1995 im Buckingham-Palast. In seinen Memoiren schrieb der 42. US-Präsident später, dass die Queen ihn beeindruckt habe. Sie hätte auch eine erfolgreiche Politikerin oder Diplomatin werden können, so Clinton. Das liegt nahe, denn schließlich ist die Königin in ihrer Rolle als britisches Staatsoberhaupt in gewisser Weise stets beides.

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George W. Bush

George W. Bush, Queen Elizabeth

Quelle: AP

Während seiner Präsidentschaft besuchte die Queen das Weiße Haus nur einmal, im Jahr 2007. Und ausgerechnet da, mitten in einer Rede vor Publikum, passierte Bush ein peinlicher Versprecher. Er machte die Queen ganze 200 Jahre älter. Statt für ihren USA-Besuch im Jahr 1976, dankte er ihr für ihren Besuch im Jahr 1776. "Sie sah mich an, wie nur eine Mutter ihr Kind anschauen kann", sagte er. Später kam Elizabeth II. noch einmal auf den Vorfall zurück - beim Abschiedsdinner in der britischen Botschaft in Washington sagte die damals 81-Jährige: "Mister Präsident, ich frage mich, ob ich zu Beginn dieses Trinkspruchs sagen sollte: 'Als ich 1776 hier war...'", und sorgte im Saal für großes Gelächter.

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Barack Obama

President Obama And The First Lady Lunch With The Queen and Prince Philip

Quelle: Getty Images

Auch Barack Obama pflegt ein freundschaftliches Verhältnis zu der Queen. Kurz nach seinem Besuch auf Schloss Windsor im April 2016 sagte er, die beiden verbände eine "special relation". Wie besonders die Beziehung war, hatten sie bereits einige Jahre zuvor gezeigt. Bei ihrem Besuch im Jahr 2010 hatte Michelle Obama einen Arm um die Queen gelegt. Ein klarer Verstoß gegen die Konvention, echauffierten sich damals viele. Doch die Queen schien nicht verärgert. Es sei eine spontane Geste gegenseitiger Zuneigung gewesen, sagte ein Sprecher des Königshauses anschließend.

© SZ.de/dpa/eca/olkl
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