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Aufnahmestopp:Wieder Darmkeime bei Frühchen

An der Berliner Charité haben sich fünf Babys mit Darmkeimen infiziert.

An der Berliner Charité gibt erneut Fälle von Darmkeim-Infektionen bei Babys. Betroffen ist die Station am Campus Virchow-Klinikum im Bezirk Wedding, auf der auch die Vierlinge der 65-jährigen Annegret R. versorgt werden. Auf der dortigen Neugeborenen-Intensivstation werden inzwischen keine weiteren Frühgeborenen mehr aufgenommen, sie müssten auf andere Standorte und Krankenhäuser ausweichen, das teilte das Klinikum am Donnerstag mit. Die Kinder von Annegret R. lägen allerdings räumlich getrennt von den fünf Babys, bei denen der Keim Serratia marcescens nachgewiesen worden sei. Erste Fälle gab es bereits am 13. April, den letzten am 23. Mai, wie der stellvertretende Leiter der Klinik für Neonatologie, Prof. Christof Dame, sagte. Er betonte, dass vom Keim betroffene und nicht betroffene Babys von verschiedenen Pfleger- und Ärzte-Teams betreut würden. Es gebe "konsequente Barrieren", um die insgesamt acht anderen Kinder auf der Station zu schützen. Der Zustand der betroffenen Kinder sei "trotz ihres insgesamt sehr hohen Risikos" stabil. In vier Fällen habe ein Antibiotikum angesprochen. Beim fünften Kind wurden die Keime bereits bei der Aufnahme in der Charité festgestellt: Es war vorher am Herzen operiert worden. 2012 waren an der Charité bei mehreren Säuglingen und Frühchen Serratien-Keime entdeckt worden. Der Tod eines infizierten Babys bei einer Herz-OP hatte damals für Aufsehen gesorgt.