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Sommerhoch "Detlef":Betreff: Huiui

Das Hoch "Detlef" liegt quer über Europa. Das ist schön - für alle, die nicht Detlef heißen.

(Foto: tagesschau.de)

Das aktuelle Sommerhoch heißt "Detlef", unser Autor auch. War ja klar, dass sein Postfach überquellen würde. Eine Erwiderung an alle, die Peter oder Michael heißen.

Von Detlef Esslinger

War ja klar. Niemand hat groß registriert, dass die letzten drei Hochs die Namen Albrecht, Balu und Claws trugen. Doch jetzt: "Ab Mittwoch kommt der heiße Detlef", schrieb die Bild am Montag, als Erste natürlich. Ein Kollege, gesegnet mit dem unauffälligen Namen Michael, fertigte rasch einen Screenshot an, schrieb "Huiui" in die Betreffzeile und schickte ihn mir; ein Robert und ein Peter folgten bald. RTL trieb am Mittwoch den Namenspaten auf, einen Rentner aus Bremen. Die Reporterin brachte ihn dazu, in die Kamera zu rufen: "Ich bin der heiße Detlef!"

Ach ja, Namen. Mandys und Kevins haben es auch nicht immer leicht. In der DDR der 1980er-Jahre hielten ihre Eltern die Sehnsucht nach dem Westen nicht mehr aus, die Taufe war deren Art, sich London und New York ins Haus zu holen. Die Schwester einer Kollegin heißt Alexa, die Eltern dachten sich einst nichts dabei; woher auch. Nun bekommt die Frau all jene Scherze zu hören, die nur die jeweiligen Scherzmacher für noch nie gehört halten. Detlefs und Detlevs kennen derlei ihr Leben lang, nur Detlev Kleber blieb vielleicht verschont: Seine Eltern stellten ihm noch einen Claus voran.

Mit einem weichen D wie Dotterei

In den 1950er- und 1960er-Jahren galt Detlef/Detlev als irgendwie chic, ähnlich wie ja auch eine Fassade aus Eternit. In den späten 1970ern war der Name definitiv schon out; gängiger Pubertier-Spaß damals (bitte es sich mit gesäuseltem Tonfall vorstellen): "Detlef, mit einem weichen D wie Dotterei." Namenswitz trifft Schwulenwitz. Huiui.

Das übernächste Hoch wird übrigens Frederik heißen. Reinhard Mey, französischer Künstlername: Frederik, ist sein Pate. Um den Namen bewerb' ich mich dann im nächsten Leben.

© SZ/nas
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