Der schlimmste Tag des Jahres:[W+(D-d)] x TQM x NA — alles klar?

Lesezeit: 2 min

Vergessen Sie alles, was Sie über Freitag den 13. gehört haben. Den miesesten Tag 2005 haben Sie überlebt — aber er kommt wieder. Jedes Jahr.

Von Corinna Nohn

Gestern als Guten-Morgen-Gruß den Ellbogen des Bettnachbarn auf die Nase gekriegt? Dann den kleinen Zeh in der Küchentür eingeklemmt? Und obendrein den ganzen Tag die grün gestreifte Zahnpasta auf dem Kragen spazieren getragen? Es könnte ein ganz normaler Montag gewesen sein. Oder eben der mieseste Tag im Jahr, wenn man Dr. Cliff Arnall glauben will.

Der schlimmste Tag des Jahres: Was für ein ... Tag!

Was für ein ... Tag!

(Foto: Foto: AP)

Dr. Arnall ist Experte für saisonal bedingte Unregelmäßigkeiten an der Universität Cardiff. Er will herausgefunden haben, was manche gestern schon zu wissen glaubten — dass man Freitag den 13. getrost vergessen könne, vielmehr der 24. Januar der wahre Unglückstag sei.

Er hat auch zusammengefasst, was den Tag so schlecht macht, und zwar jedes Jahr aufs Neue: Schmuddelwetter, fehlende Tatkraft sowie die Gewissheit, dass man es mal wieder nicht schaffen wird, allen guten Vorsätzen entsprechend bis Ende Januar ein besserer Mensch, sprich: Nichtraucher, Leistungssportler oder Genie, zu werden.

Unangenehmes auf den Punkt gebracht

Und warum gerade der 24. Tag im Jahr? Arnall erklärt das Ganze benutzerfreundlich mit der Formel [W+(D-d)] x TQM x NA.

Auf den ersten Blick vielleicht nicht ganz einleuchtend, aber die Erklärung deckt auf, was sich dahinter verbirgt: W ist noch einfach — es geht um Weather, also ums Wetter. Keine Frage, das zeigt sich im Januar nicht immer von seiner angenehmsten Seite. D kommt von Debt, für die Schulden, von denen es dann d, das Januargehalt, zu subtrahieren gilt.

TQM symbolisiert einen Komplex ganz unterschiedlicher Unannehmlichkeiten: T (Time since Christmas) macht schmerzlich bewusst, dass die Energie, die man über die Feiertage getankt hat, dahinschmilzt. Q (= Time since failed Quit Attempt) steht für die Unfähigkeit, seine Silvesterschwüre im neuen Jahr umzusetzen. Und M heißt nicht Motivation, sondern eher fehlende Motivation: Aller postweihnachtlicher Tatendrang hat sich spätestens jetzt dorthin verzogen, wo er so plötzlich herkam: ins Nichts.

Kulminiertes Unglück

Schließlich noch eine positiv anmutende Größe: NA. "The Need to take Action", also die Notwendigkeit, aktiv zu werden und den Blick optimistisch auf erfreuliche Ereignisse zu richten — leider ist die Organisationskraft im Vergleich zur Notwendigkeit um diese Jahreszeit herum eher gering.

Genaue Ziffern und Zahlen sind der Öffentlichkeit nicht bekannt, vielleicht aber auch unnötig: Selbst der Laie erkennt sofort das kulminierte Unglück des 24. Januars.

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