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Daleiden in Rheinland-Pfalz:Erzieherinnen sollen Kinder kopfüber in Kloschüssel gehalten haben

  • Die Staatsanwaltschaft Trier klagt zwei Erzieherinnen wegen Nötigung an.
  • Sie sollen Kinder als Strafe kopfüber in eine Kloschüssel gehalten haben.

Weil sie Kinder in unangemessener Weise bestraft haben sollen, hat die Staatsanwaltschaft zwei ehemalige Erzieherinnen einer privaten Jugendhilfe-Einrichtung in der Eifel angeklagt. Mehrmals sollen die 26 und 29 Jahre alten Frauen Kinder kopfüber in eine Toilettenschüssel gehalten haben, wie die Staatsanwaltschaft Trier mitteilte. Den beiden Erzieherinnen wird Nötigung vorgeworfen.

Auslöser für die Vorfälle soll laut Pressemitteilung in einem Fall gewesen sein, dass das betroffene Kind zu laut war; der andere Fall soll sich aus einer Art "Wasserschlacht" heraus entwickelt haben, die sich Kinder nach dem Mittagessen geliefert hatten. Nach den bisherigen Erkenntnissen wurden die betroffenen Kinder jeweils an Armen und Beinen ergriffen und kopfüber bis zum Haaransatz in eine Toilettenschüssel gehalten. Hierbei wurde die Spülung betätigt, so dass die Haare der Kinder nass wurden.

Zwei weitere Mitarbeiter der Einrichtung im Eifel-Ort Daleiden sollen nach dem Willen der Staatsanwaltschaft eine Geldstrafe zahlen. Gegen sie wurde Strafbefehl beantragt.

Die Ermittlungen waren nach einer Strafanzeige des Landesamtes für Soziales, Jugend und Versorgung in Rheinland-Pfalz im Mai 2015 in Gang gesetzt worden. Zunächst bestand der Verdacht der Misshandlung von Schutzbefohlenen, der sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft aber nicht erhärtete. Die private Jugendhilfe-Einrichtung hat Medienberichten zufolge inzwischen keine Betriebserlaubnis mehr.