DAK-StudieMehr Jugendliche in der Pandemie an Depressionen erkrankt

Irgendwann ist es zu viel mit Handy & Co. Dann muss der Mensch sich seinen digitalen Schädigungen ganz analog stellen.
Irgendwann ist es zu viel mit Handy & Co. Dann muss der Mensch sich seinen digitalen Schädigungen ganz analog stellen. (Foto: w20er/imago images/Panthermedia)

Einer Studie der DAK zufolge gibt es bei Heranwachsenden weniger Alkoholexzesse, dafür mehr Depressionen. Zudem sind deutlich mehr Grundschulkinder übergewichtig.

Mehr Jugendliche sind dem Kinder- und Jugendreport der DAK zufolge während der Corona-Pandemie an einer Depression erkrankt. Der Anteil unter den 15- bis 17-Jährigen stieg im vergangenen Jahr um acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie die DAK-Gesundheit am Dienstag in Berlin mitteilte. Mädchen seien in dieser Altersgruppe deswegen dreimal so häufig in Behandlung wie Jungen. In der Altersgruppe der 5- bis 9-Jährigen seien Depressionen jedoch um etwa 12 Prozent zurückgegangen. Für den Report untersuchten Wissenschaftler den Angaben zufolge anonymisierte Abrechnungsdaten von rund 800 000 Kindern und Jugendlichen im Alter bis 17 Jahren.

"Seit Pandemie-Beginn haben psychische Störungen und Einweisungen in die Kinder- und Jugendpsychiatrie spürbar zugenommen", erklärte der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbach. Es sei jedoch auch möglich, dass Anpassungsstörungen überdiagnostiziert worden seien.

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Einen deutlichen Anstieg sieht der Report bei Grundschulkindern mit Adipositas. 2020 wurden 16 Prozent mehr Kinder im Grundschulalter wegen Übergewichts behandelt als im Vorjahr. Hier schlage der Bewegungsmangel der Kinder und Jugendlichen "stark zu Buche", so Fischbach. Hingegen ging der Alkoholmissbrauch bei Schulkindern den Angaben zufolge um 30 Prozent und damit deutlich zurück. Wegen Suchtmittelmissbrauchs wurden 18 Prozent weniger Kinder und Jugendliche behandelt. Dieser Rückgang hänge mit weniger Partys zusammen, müsse jedoch vorsichtig interpretiert werden, erklärte Fischbach: "Er kann auch damit zusammenhängen, dass Eltern stark mit sich selbst beschäftigt waren, damit weniger Probleme bei den Kindern auffielen und deshalb auch weniger behandelt wurden."

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