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Bester Dinge:Santa Claus auf Distanz

Bester Dinge

Kommt diesmal nicht ins Haus: Santa Claus.

(Foto: Imago)

Wie Weihnachtsmänner und -frauen die Bescherung in diesem Jahr kontaktlos per Videokonferenz zelebrieren können.

Von Titus Arnu

"Er klettert durch den Schornstein, parkt den Schlitten auf dem Dach und bringt dir die schönsten Dinge", heißt es recht reimfrei im Lied "Der Weihnachtsmann kommt heute in die Stadt". Von wegen! Die schönsten Dinge bringt heutzutage der Amazon-Bote, auf dem Dach parken ist streng verboten, und heimliches Schornsteinklettern geht gar nicht. Für Weihnachtsmänner, Nikoläuse und Christkinder gilt diese Saison: Social Christmasing.

Normalerweise nerven kommerzielle Weihnachtswerbeträger von Ende November an in Fußgängerzonen und auf Weihnachtsmärkten herum. Im Corona-Advent wird das kaum möglich sein. Jedes Hohoho stößt Aerosolwolken aus. In den falschen Bärten sammeln sich Keime. Auch Symbolfiguren ist es verboten, Fremde zu umarmen. Das ist vielleicht gar nicht so schlimm. Im Gegenteil. Leere Fußgängerzonen ohne Gebimmel und Gebommel können angenehm sein. Wie schön: keine aufdringlichen dicken Männer mit Zipfelmützen, kein Klingglöckchengeklingel, kein "Last Christmas"-Gedudel.

Aber Weihnachten ist ja nicht ganz abgesagt, zum Glück. Deshalb gibt es jetzt neue Vertriebswege. Der Weihnachtsmann kommt nicht in die Stadt, er ruft an. Per Videocall natürlich. Der britische Schauspieler James Bartlett hat dazu eine Servicefirma gegründet. Unter Santascallingyou.co.uk kann man besinnliche Konferenzen mit dem Weihnachtsmann und mit Elfen buchen, erfreulicherweise auch mit einer Weihnachtsfrau. Oh, du Frauliche! Das ist doch für alle Beteiligten wunderbar. Der Weihnachtsmann muss sich nicht in der Kälte rumtreiben und seine Wampe durch den Schornstein zwängen. Die Bescherung ist endlich keimfrei, klimaneutral und gendergerecht durchführbar. Lasst uns also froh und munter sein!

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© SZ/olkl
Foto: Sebastian Gabsch

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