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SZ-Kolumne "Bester Dinge":Old School

(Foto: Sascha Steinbach/Getty Images)

In vielen Kellern schlummern alte Computer, die aber noch funktionstüchtig sind. Wer auch so eine Kiste besitzt: Es gibt eine Zukunft.

Von Titus Arnu

Hey, Alter! Ja, du da mit der Zeitung in der Hand oder am digitalen Endgerät. Wie, du willst nicht so blöd von der Seite angelabert werden? Stimmt, sorry, die Anrede "Hey, Alter" ist fast immer schräg. Sagt ein junger Mensch zu einem alten "Hey, Alter", klingt es nach Altersdiskriminierung. Sagt ein alter Mensch zu einem jungen "Hey, Alter", wirkt es peinlich und anbiedernd. Begrüßen sich aber zwei 13-Jährige mit "Hey, Alter", ist es völlig in Ordnung. Alter! Ist das kompliziert.

Und jetzt wird es noch kniffliger. Ein "Alter" ist laut Duden in der Regel ein alter Mann, ein Ehemann oder ein Freund. Es kann aber auch ein alter Gegenstand gemeint sein, ein Auto etwa oder ein Computer. Elektronische Geräte altern ja erschreckend schnell. Das angeblich hypermoderne, bahnbrechende Notebook, das man vor drei Jahren für teures Geld angeschafft hat, gilt längst als Oldtimer. Wohin bloß mit dem alten Geraffel?

Nicht alles, was alt ist, muss weg. Die größere Kunst ist es, Alte und Altes zu pflegen und zu ehren. Und im besten Fall noch etwas Sinnvolles damit anzustellen: Die deutschlandweite Initiative "Hey, Alter!" sammelt alte Laptops, Computer oder Tablets von Unternehmen, Institutionen und privaten Haushalten, macht sie fit und verteilt sie an Schüler, die bislang nicht am E-Learning teilnehmen konnten. Alter! Was für eine gute Idee.

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