USA:Fünf Tote durch Schüsse im Nachtclub

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USA: Mehrere Krankenwagen stehen in der Nacht auf Sonntag vor dem Nachtclub in Colorado Springs.

Mehrere Krankenwagen stehen in der Nacht auf Sonntag vor dem Nachtclub in Colorado Springs.

(Foto: Twitter @Treyruffy/via Reuters)

In Colorado Springs sind mehrere Menschen durch einen Angreifer getötet und verletzt worden. Das Ziel der Attacke war ein LGBTQ-Club. Das Motiv ist weiter offen: Der mutmaßliche Schütze verweigert die Aussage.

Bei Schüssen in einem bei der queeren Community populären Nachtclub in der US-Stadt Colorado Springs sind fünf Menschen getötet und 18 verletzt worden. Ein 22-jähriger Mann habe den Club mit einem Sturmgewehr und einer Handfeuerwaffe und habe sofort angefangen zu schießen, teilte die Polizei mit. Er sei von mindestens zwei Gästen überwältigt worden und befinde sich verletzt im Krankenhaus. Mehrere verwundete Club-Besucher hätten lebensgefährliche Verletzungen, sagten Mediziner. Der mutmaßliche Schütze hat sich der New York Times zufolge bisher geweigert, mit der Polizei zu sprechen.

Dazu, ob es ein Fall von Hasskriminalität gewesen sei, liefen noch Ermittlungen, sagte eine Polizeisprecherin. Die bei solchen Fällen aktive Bundespolizei FBI nimmt auch daran teil. Die Attacke ereignete sich in der Nacht zum Transgender Day, einem Gedenktag für die Opfer von Transfeindlichkeit. Im angegriffenen "Club Q" war für die Nacht eine Transgender-Party mit Drag-Show angesetzt.

Nach Überzeugung der Polizei betrat der 22-jährige Mann den Club mit einem Sturmgewehr und einer Handfeuerwaffe und fing sofort an zu schießen. Er habe dabei kein Wort gesagt. Schließlich sei der Angreifer von einem Gast überwältigt worden.

Der Gast habe dem Mann eine Waffe entreißen und ihn damit niederschlagen können, sagte der Bürgermeister von Colorado Springs, John Suthers, der New York Times. Dieser Gast habe "Dutzende und Aberdutzende Leben gerettet", betonte einer der Club-Besitzer, Matthew Haynes, bei einer kurzfristig angesetzten Trauerveranstaltung. Der Angriff sei dadurch nach rund einer Minute vorbei gewesen, sagte Polizeichef Adrian Vasquez. Zwischenzeitlich haben die Ermittler die Zahl der Verletzten korrigiert. Insgesamt seien 18 Menschen verletzt worden, davon 17 durch Schüsse, teilte die Polizei von Colorado Springs am Montag (Ortszeit) mit. Die Polizei hatte zunächst von 25 gesprochen. Die Zahlen könnten sich auch nochmals ändern, sagte eine Sprecherin.

"'Club Q' ist erschüttert über den sinnlosen Angriff auf unsere Gemeinschaft", hieß es auf der Facebook-Seite des Lokals. "Wir sind dankbar für die schnellen Reaktionen heldenhafter Gäste, die die bewaffnete Person überwältigt und diesen Hassangriff beendet haben."

Wie viele Menschen zum Tatzeitpunkt im Club waren, blieb zunächst unklar. Dazu liefen noch Ermittlungen, sagte Polizeisprecherin Pam Castro bei einer Pressekonferenz. Ein Teil der Verletzungen könne nicht von Schüssen, sondern vom Gedränge bei der Flucht stammen. Es sei auch möglich, dass die Angaben zur Zahl der Verletzten noch angepasst werden, da einige Menschen mit Privatfahrzeugen statt Ambulanzen in Krankenhäuser gefahren seien.

Auf TV-Bildern waren zahlreiche Polizeiautos mit Blaulicht rund um den Club zu sehen. Der Sender KRDO sprach von einem der größten Einsätze in der Geschichte von Colorado Springs. Die Polizei betonte, es habe eine schnelle Reaktion gegeben: Der erste Anruf sei drei Minuten vor Mitternacht eingegangen, um 0.02 Uhr sei der Verdächtige bereits in Gewahrsam gewesen.

Nachdem die Polizei den Namen des Angreifers veröffentlicht hat, wurde bekannt, dass er laut Behördenunterlagen im vergangenen Jahr einen Polizeieinsatz durch eine Bombendrohung gegen seine Mutter ausgelöst hatte. Bisher ist allerdings unklar, was aus den damaligen Ermittlungen gegen ihn wurde und wie er an seine Waffen kam.

US-Präsident Joe Biden sprach den Opfern und Angehörigen sein Mitgefühl aus. Er betonte, dass die Schwulen-, Lesben- und Trans-Gemeinschaft in Amerika in den vergangenen Jahren "schreckliche Gewalt" erlebt habe. "Wir dürfen Hass nicht tolerieren", schrieb Biden in einer Stellungnahme und bekräftigte seine Forderung nach einer Verschärfung der Waffengesetze.

Der Vorfall erinnert an einen Angriff im Jahr 2016 im Bundesstaat Florida. Damals hatte ein Bewaffneter in Orlando in einem Nachtclub für die LGBTQ+-Szene 49 Menschen getötet, bevor er selbst von der Polizei erschossen worden war.

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