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Christopher Street Day:Männerregen

Parade zum Christopher Street Day in Berlin

Baden in Berlin: Schlechtes Wetter gibt es nicht, nur schlechte Kleidung.

(Foto: Alexander Blum/dpa)

Beim ersten Christopher Street Day in Berlin nach der Freigabe der Ehe für alle ist die Stimmung ausgelassen. Erstmals nimmt auch die evangelische Kirche teil.

Schon zum zweiten Mal in diesem Monat wurde am Wochenende der Ausnahmezustand in Berlin ausgerufen, und es ist natürlich nur ein Zufall, dass am selben Wochenende der diesjährige Christopher Street Day ebendort stattfand. Die 39. Parade der queeren Community, also der Schwulen, Lesben, Bi-, Trans- und Intersexuellen, war zugleich die erste nach der Freigabe der Ehe für alle - Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte das neue Gesetz am Vortag erst unterzeichnet. 60 Wägen und mehrere Tausend Menschen waren bei dem Umzug dabei (der in anderen Ländern den Titel "Pride" trägt), darunter auch einige Politiker, große Firmen und Vereine, erstmals auch ein Wagen der Evangelischen Kirche. Der Umzug stand neben der Feier der Ehe für alle auch unter dem Motto "Mehr von uns - jede Stimme gegen Rechts", Zehntausende standen am Straßenrand, bis in die späte Samstagnacht hinein wurde nach dem Zug vom Kurfürstendamm zum Brandenburger Tor gefeiert. Die Stimmung, berichten Teilnehmer, sei ausgelassen und ausgesprochen freudvoll gewesen, und das, obwohl es am Nachmittag heftig regnete und gewitterte, was wiederum Twitter-Witzbolde zur Zeile "It's raining men" veranlasste. Das Wetter selbst indes fanden die meisten Berliner weniger witzig, der Ausnahmezustand wurde ja auch deshalb ausgerufen, weil die Feuerwehr allein am Samstag 435 Einsätze fahren musste; ernsthaft verletzt aber wurde in Berlin niemand.

© SZ vom 24.07.2017 / SZ

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