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China: Tierquälerei in Zoo:Elf Tiger verhungert

Weil zwei Sibirische Tiger in einem Zoo im Nordosten Chinas einen Wärter anfielen, wurden ihre Artgenossen offenbar einer drakonischen Kollektivstrafe unterzogen.

In freier Wildbahn gibt es nur noch etwa 500 Sibirische Tiger, die majestätischen Raubtiere sind im äußersten Osten Russlands und den angrenzenden Gebieten Chinas beheimatet. Doch auch in Gefangenschaft muss die größte Katzenart der Welt ums Überleben kämpfen: In einem Privatzoo im Nordosten Chinas sind elf Sibirische Tiger aufgrund von Unterernährung und mangelndem Auslauf verendet.

Wie die Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, bekamen die Tiger unter anderem aus Geldmangel seit Monaten nur noch Hühnerbeine zu fressen. Zudem wurden sie nicht mehr ins Freie gelassen.

Mit dieser Behandlung sollten die Tiere offenbar auch für eine Attacke auf einen Tierwärter im November bestraft werden: Zwei der Raubkatzen hatten den Mann angefallen und verletzt. Er überlebte - die Tiger wurden erschossen. Offenbar waren die Tiere bereits damals unterernährt und deswegen gefährlich.

Die katastrophalen Zustände in dem Zoo von Shenyang wurden vom Vizechef der dortigen Tierschutzbehörde aufgedeckt. In China gibt es etwa 200 private Zoos, die zum Teil unter chronischem Geldmangel leiden. Insgesamt werden in chinesischen Zoos rund 6000 Tiger in Gefangenschaft gehalten.

Nach dem Hungertod der auch Amurtiger genannten Raubkatzen bekommt der Zoo nun eine kräftige Finanzspritze. Neben einer Aufstockung der staatlichen Förderung um umgerechnet knapp 728.000 Euro leiteten die örtlichen Behörden jedoch auch eine Untersuchung der Missstände ein, wie staatliche Medien berichteten.

Neben den Sibirischen Tigern starben in dem Zoo noch 22 weitere, zum Teil vom Aussterben bedrohte Tiere: so beispielweise zwei Makaken (Meerkatzenart) und ein Braunbär.

© AFP/jobr/gal

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