Sturzflut HimalajaDie Zahl der Toten in der Gebirgsregion zwischen China und Nepal steigt weiter

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In dem von der Sturzflut getroffenen Katastrophengebiet an der Grenze zwischen China und Nepal müssen die Rettungskräfte in den kommenden Tagen mit weiteren Regenfällen rechnen.
In dem von der Sturzflut getroffenen Katastrophengebiet an der Grenze zwischen China und Nepal müssen die Rettungskräfte in den kommenden Tagen mit weiteren Regenfällen rechnen.
Niranjan Shrestha/AP Photo

Die Zahl der Toten steigt auf 584. Die Suche nach Überlebenden läuft auf Hochtouren. Doch das Wetter und ein Dammbruch in Tibet erschweren die Rettungsarbeiten.

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Nach der tödlichen Sturzflut-Katastrophe in der Gebirgsregion zwischen China und Nepal ist die Zahl der Toten weiter auf zuletzt 584 gestiegen.  Viele Leichen seien in Nepal den Angaben zufolge Flussabwärts im Süden des Landes und an der Grenze zu Indien entdeckt. Fünf weitere Tote wurden in China geborgen. Mehr als 1500  Verletzte und Gestrandete konnten gerettet werden.

„Es wird noch einige Zeit dauern, bis wir einen vollständigen Überblick über die Vermissten haben, da wir derzeit noch kein klares Bild haben“, sagte Polizeisprecher Abi Narayan Kafle der Deutschen Presse-Agentur. Das könne noch Tage dauern. Laut Polizeiangaben wurden viele Leichen noch nicht identifiziert, auch weil die Körper von der Flut stark beeinträchtigt wurden.

Viele ausländische Touristen werden unterdessen weiter vermisst. Darunter sei auch eine „niedrige zweistellige Zahl deutscher Staatsangehöriger“, wie das Auswärtige Amt mitteilt. Eine vierköpfige deutsche Familie konnte bereits gerettet werden. Sie sei mit einem Hubschrauber zu einem Armeecamp in Battar Bazar gebracht worden, sagte ein Armeesprecher der Deutschen Presse-Agentur.

Nepal hatte die Vermisstenzahl zuletzt mit 1924 angegeben. Damit hat sich die Zahl im Vergleich zur vorherigen Angabe fast verdoppelt. Die Gesamtzahl der Vermissten in beiden Ländern steigt somit auf 2482. Indien teilte am Freitag mit, dass nach den Überschwemmungen noch immer bis zu 320 seiner Staatsbürger nicht erreichbar seien, während etwa 400 weitere ausfindig gemacht worden seien und sich in Sicherheit in Tibet befänden.

China meldete bislang 558 Vermisste, 260 davon Ausländer. 555 betroffene Touristen sowie 499 Einheimische und Bauarbeiter in Katastrophenregion in Tibet seien in Sicherheit gebracht worden, berichtete Chinas staatliche Nachrichtenagentur Xinhua.

Sorge vor weiterer Flut durch Dammbruch

Nach einem Dammbruch in Tibet besteht Sorge vor einer erneuten Sturzflut. „Wir haben Informationen erhalten, dass auf der tibetischen Seite ein Damm gebrochen ist“, teilte die nepalesische Polizei mit. Das Sicherheitspersonal, Rettungskräfte und die Bevölkerung in der betroffenen Gegend seien gebeten worden, wachsam zu bleiben und sich unverzüglich an einen sicheren Ort zu begeben, hieß es weiter.

Laut Berichten unter Berufung auf die Armee stellten die nepalesischen Rettungskräfte vorübergehend die Arbeit ein. Auch die chinesischen Rettungskräfte hatten in Tibet ihre Such- und Bergungsarbeiten am schwer verwüsteten Grenzposten Gyirong aus Sicherheitsgründen zuvor schon unterbrochen.

Der neu entstandene See hatte bereits am Donnerstag für Bedenken seitens der chinesischen Behörden gesorgt, weil sich darin bereits zwei Millionen Kubikmeter Wasser gesammelt hatten und weiteres Wasser eindrang. Er drohte deshalb, überzulaufen und eine neue Sturzflut auszulösen.

Eine Drohnenaufnahme zeigt den Stausee, der sich mutmaßlich nach der Sturzflut in Nepal gebildet hat.
Eine Drohnenaufnahme zeigt den Stausee, der sich mutmaßlich nach der Sturzflut in Nepal gebildet hat.
Li Jian/Li Jian/XinHua/dpa

Ob es zu Schäden oder weiteren Verletzten und Toten kam, war zunächst unklar. Das chinesische Staatsfernsehen hatte zuvor berichtet, dass an einem See in der Region, der sich nach der Sturzflut am Mittwoch neu gebildet hatte, das Wasser „natürlich abgeflossen“ und der Wasserstand deutlich gesunken sei. Die Gefahr nehme ab, hieß es weiter.

Die Wettervorhersage geht von Niederschlägen in den kommenden drei Tagen aus. Dies und eine mögliche neue Sturzflut könnten die Rettungsarbeiten erschweren, sollten dadurch die Zufahrtswege in das Katastrophengebiet erneut unpassierbar gemacht werden.

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