Chile Streit um den Zehn-Milliarden-Dollar-Schatz

Die Finder des angeblich größten je entdeckten Piratenschatzes wollen alle Angaben zum Fundort vernichten, sollte die Regierung ihnen nicht die Hälfte des Fundwerts als Belohnung garantieren.

Die genauen Daten würden nur veröffentlicht, wenn die chilenische Regierung zustimme, Gold, Silber und Edelsteinen mit einem erhofften Wert von bis zu zehn Milliarden Dollar (acht Milliarden Euro) zu gleichen Teilen mit den Findern zu teilen, berichteten chilenische Zeitungen am Dienstag unter Berufung auf Fernando Uribe vom Unternehmen Wagner. Falls es zu keiner Einigung komme, würden die Daten vernichtet, und der Schatz auf der Insel Robinson Crusoe im Pazifik bleibe ungehoben, habe Uribe erklärt.

Irgendwo auf dieser Insel sollen Tonnen von Gold, Silber und Edelsteinen liegen: Robinson Crusoe Island vor der Küste Chiles

(Foto: Fotomontage sueddeutsche.de)

Schatzfinder wollen auch spenden

Die chilenischen Gesetze sehen vor, dass der Finder einen Schatz zu gleichen Teilen mit dem Eigentümer des Fundortes - in diesem Fall ist das der Staat - teilen muss. Andere Stimmen meinten jedoch, es handele sich um einen "archäologischen" Fund, der allein dem Staat zustehe.

Uribe betonte, sein Unternehmen wolle im Falle einer Bergung des Schatzes auf seinen Anteil zu Gunsten des Eilands, das zu den Juan-Fernández-Inseln gehört, verzichten. Auch sollten wohltätige Organisationen Spenden erhalten. Die Schatzsucher hatten am vergangenen Samstag mitgeteilt, sie hätten die Schätze mit Hilfe eines Suchroboters aufgespürt, für den sie auf diese Weise werben wollten.

Der in Chile gebaute, fahrbare Metallkasten ist mit Sonden ausgestattet und hatte vor kurzem schon das Aufspüren eines unterirdischen Waffenlagers in der berüchtigten Deutschen-Siedlung "Colonia Dignidad" im Süden des Landes ermöglicht. Auch die Leiche eines vermissten Unternehmers war mit Hilfe des Apparates gefunden worden.

800 Tonnen Gold, Silber und Edelsteine vermutet

Nach Angaben des Wagner-Sprechers Manuel Salinas waren nach nur zwei Tagen Suche drei Orte auf dem Eiland etwa 700 Kilometer vor der chilenischen Küste eingegrenzt worden, an denen insgesamt 800 Tonnen Gold, Silber und Edelsteine vermutet werden. Die Schätze sollen von Piraten im 18. Jahrhundert auf dem Eiland vergraben worden sein. Auf ihr war von 1704 bis 1709 auch der Matrose A. Selkirk ausgesetzt gewesen, dessen Geschichte den englischen Schriftsteller Daniel Defoe zu seinem weltberühmten Abenteuerroman "Robinson Crusoe" (1719-20) anregte.

Die Schätze seien von Spaniern im früheren Inkareich im heutigen Peru geraubt worden. 1715 seien sie von den spanischen Seefahrern Juan Esteban Ubilla und Echeverría vergraben worden. Später habe sie der englische Korsar Cornelius Webb ausgegraben und erneut versteckt. Unter den Schätzen sollen sich ein Schmuckhalsband der Frau des letzten Inka-Kaisers Atahualpa, zwei päpstliche Ringe sowie das sagenumwobene Schmuckstück "La Rosa de los Vientos" (Windrose) befinden.