Massenevakuierung Beben vor Chile - eine Million Menschen verlassen wegen Tsunamigefahr ihre Häuser

  • Ein Erdbeben der Stärke 8,4 hat Chile erschüttert, fünf Menschen wurden bislang getötet.
  • Behörden fordern die Bewohner der Küstenregion dazu auf, sich in Sicherheit zu bringen.
  • Die Region fürchtet nun einen Tsunami. Eine erste Flutwelle erreichte eine Höhe von mehr als 4,5 Metern.

Bislang fünf Tote

Ein schweres Erdbeben der Stärke 8,4 hat Chile erschüttert. Nach Angaben der Behörden kamen bislang mindestens fünf Menschen ums Leben, ein weiterer wurde vermisst. Nach Angaben des Pazifik-Zentrums für Tsunamiwarnungen (PCTW) könne es in der Folge vor allem an der chilenischen Küste zu Flutwellen kommen. Die Küstenstadt Coquimbo wurde ersten Berichten zufolge von einer mehr als 4,5 Meter hohen Welle getroffen.

Alarmstufe Rot

Der Katastrophenschutz in Chile rief Alarmstufe Rot aus und forderte die Bewohner der Küstenregion dazu auf, sich in Sicherheit zu bringen. "Die Bevölkerung an der Küstenlinie soll die Sicherheitszonen aufsuchen", schrieb die Behörde am Mittwochabend auf Twitter. Etwa eine Million Menschen an der Küste sollen bereits ihre Häuser verlassen haben.

Gegen elf Uhr abends (Ortszeit) sei mit riesigen Wellen zu rechnen, warnte das Amt. Tsunami-Alarm wurde auch für Hawaii, Neuseeland, Japan und Inselsaaten wie Tonga und Fidschi ausgerufen. Peru hob die anfängliche Tsunami-Warnung später wieder auf.

In Chiles Hauptstadt Santiago gerieten Gebäude ins Wanken. In Buenos Aires, das in einer Entfernung von 1100 Kilometern liegt, seien aufgrund des Bebens Alarmsirenen von Autos losgegangen, berichtet der Guardian.

Bisher eines der schwersten Erdbeben

Nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS ereignete sich das Beben am Mittwoch um 19.54 Uhr (Ortszeit) vor der Pazifikküste. Das Epizentrum lag 228 Kilometer nord-nordwestlich von Santiago vor der Küste in einer Tiefe von elf Kilometern.

Laut chilenischem Innenministerium handelte es sich um das sechstschwerste Erdbeben in der Geschichte Chiles. Bei einem ähnlich schweren Erdbeben mit der Stärke 8,8 und einem anschließenden Tsunami waren im Februar 2010 in Chile mehr als 500 Menschen ums Leben gekommen. Der damalige Schaden belief sich auf umgerechnet etwa 27 Milliarden Euro.

Gürtel aus 450 aktiven Vulkanen im Pazifik

Chile gehört zu den erdbebenanfälligsten Ländern der Welt. Im Jahr 2010 starben mehr als 500 Menschen, 220 000 Häuser wurden zerstört.

Um den Pazifischen Ozean herum liegt ein Gürtel aus etwa 450 aktiven Vulkanen, der als Pazifischer Feuerring bezeichnet wird. Er ist etwa 40 000 Kilometer lang und wie ein Hufeisen geformt. Hier treffen verschiedene Platten der Erdkruste aufeinander. Es kommt zu tektonischen Verschiebungen und Verwerfungen, die Vulkanausbrüche, Erdbeben und Tsunamis zur Folge haben. Das Land hat darauf mit dem Aufbau eines umfassenden Frühwarn- und Evakuierungssystems reagiert.