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Chewing Gum Action Group in Großbritannien:Im Kampf gegen den klebrigsten aller Gegner

Chewing Gum Action Group

Anti-Kaugummi-Aktivisten verwandeln einen verschmutzten Gehweg in London in ein Kunstwerk.

(Foto: PA)
  • In Großbritannien kämpft die Chewing Gum Action Group gegen auf Gehwege ausgespuckte Kaugummis.
  • Fast 80 Millionen Euro kostet die Beseitigung laut einer Schätzung jedes Jahr.
  • Auch die Kaugummi-Industrie unterstützt die Aktion.

Die Idee ist einfach, das Ergebnis schockierend augenscheinlich: Die britische Chewing Gum Action Group (CGAG) hat sich dem Kampf gegen ausgespuckte und in den Gehweg getretene Kaugummis gewidmet. Doch anstatt jeden einzelnen mühsam vom Boden zu kratzen, haben sie sich mit Sprühdosen bewaffnet.

Im Oktober war die CGAG nun in der Londoner Oxford Street unterwegs. Jeden einzelnen der ganz offensichtlich zahllosen Kaugummis haben die Freiwilligen mit einem gelben Kreis markiert. Wo vorher nur ein etwas schmutziger Gehweg zu sehen war, ist ein Anti-Kaugummi-Kunstwerk entstanden.

Die Chewing Gum Action Group kämpft in Großbritannien gegen die Verscmutzung durch Kaugummis

Ein gelber Kringel pro Kaugummi.

(Foto: PA)

86 000 Quadratmer Kaugummi in drei Londoner Straßen

Was lediglich nach einer kreativen Protestform aussieht, ist in Wahrheit der Hinweis auf ein großes Problem für die Städte. Britische Stellen haben ausgerechnet, dass jedes Jahr fast 80 Millionen Euro landesweit für die Kaugummi-Reinigung ausgegeben werden. Im vergangenen Jahr entfernte allein die CGAG von Oxford, Regent und Bond Street in London Kaugummi, der 86 000 Quadratmeter bedeckt hatte.

Unterstützt wird die CGAG von der lokalen Politik und Quartier-Initiativen. Doch auch die Kaugummi-Industrie hat das Problem erkannt und unterstützt die regelmäßig stattfindenden Kampagnen.

Die Alternative könnten biologisch abbaubare Kaugummis sein

Tatsächlich haben die bisher neun stattgefundenen Kampagnen der CGAG deutliche Erfolge erzielen können. In jenen Gebieten, in denen plakatiert wurde, konnte im vergangenen Jahr die Menge an ausgespuckten Kaugummis um 38 Prozent verringert werden. An einem Standort waren es sogar 90 Prozent.

Eine andere Lösung wäre allerdings noch viel simpler: Biologisch abbaubarer Kaugummi. Den gibt es nämlich auch schon.

© SZ.de/pram/klu
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