Terrorverdacht in Castrop-Rauxel:Einer von zwei Brüdern aus Untersuchungshaft entlassen

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Anti-Terror-Einsatz in Castrop-Rauxel: Ermittler tragen am 8. Januar eine Kiste aus der Wohnung eines der Verdächtigen in Castrop-Rauxel. (Foto: Marc Gruber/dpa)

Die Geschwister sollen versucht haben, Gift für einen islamistisch motivierten Anschlag zu beschaffen. Nun ist einer der beiden Männer wieder auf freiem Fuß.

Nach zwei Festnahmen wegen Terrorverdachts in Castrop-Rauxel ist einer der beiden Männer seit Montag wieder auf freiem Fuß. Nach Angaben der Düsseldorfer Generalstaatsanwaltschaft sieht das Amtsgericht Dortmund derzeit keinen dringenden Tatverdacht gegen einen der beiden Iraner und hat den Haftbefehl gegen den 32-Jährigen aufgehoben. "Die Ermittlungen aber laufen natürlich weiter", sagte Oberstaatsanwalt Holger Heming am Montagabend der Deutschen Presse-Agentur. Zu möglichen Rechtsmitteln wollte sich der Sprecher nach der Entscheidung des Amtsgerichts vorerst nicht äußern.

Der Generalstaatsanwalt wirft den beiden die Verabredung zu einem Verbrechen vor. Zuvor hatte der Spiegel über die Entlassung aus der Haft berichtet. Die Ermittler werfen den in der Nacht zum 8. Januar festgenommenen Männern im Alter von 32 und 25 Jahren vor, sie hätten versucht, die Giftstoffe Zyanid und Rizin für einen islamistisch motivierten Anschlag zu beschaffen. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft wird ihnen vorgeworfen, dass sie mit dem Gift "eine unbestimmte Anzahl von Personen" töten wollten. Wie konkret die möglichen Anschlagspläne fortgeschritten waren und was ein mögliches Ziel gewesen wäre, blieb unklar. Die deutschen Ermittler waren wegen eines Hinweises US-amerikanischer Sicherheitsbehörden aktiv geworden.

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Die Giftstoffe wurden nicht gefunden, dafür aber nach Angaben von Nordrhein-Westfalens Innenminister, Herbert Reul (CDU), "Kleinstmengen chemischer und biologischer Substanzen". Der Haftprüfungstermin für den jüngeren Bruder ist noch nicht abgeschlossen.

25-Jähriger war wegen Mordversuchs verurteilt

Der jüngere der beiden Iraner war 2019 wegen versuchten Mordes zu einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren verurteilt worden. Auch zum Zeitpunkt seiner Festnahme in der Nacht zum 8. Januar war er noch nicht auf freiem Fuß: Er war nach wie vor in einer Entziehungsanstalt in Hagen untergebracht, durfte aber angesichts einer Lockerung am Wochenende teils bei Familienangehörigen übernachten und hielt sich bei seinem Bruder auf.

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