bedeckt München 24°
vgwortpixel

Canterbury:Austauschschüler aus Deutschland in England angegriffen

  • Ein 17-jähriger Ausstauschschüler aus Deutschland wurde in Canterbury angegriffen und schwer verletzt.
  • Er soll einem Medienbericht zufolge libanesische Wurzeln haben.
  • Die Polizei hat sieben Personen festgenommen, darunter sechs Jugendliche, und geht auch einem möglichen rassistischen Hintergrund nach.

Ein Austauschschüler aus Deutschland ist im britischen Canterbury von mehreren Jugendlichen angegriffen und schwer verletzt worden. Der Zeitung The Guardian zufolge lebten seine Eltern in Deutschland und sollen aus Libanon stammen. Die Polizei gehe unter anderem einem möglichen rassistischen Hintergrund nach.

Angaben der Polizei zufolge war der Junge am Donnerstagabend gegen 18 Uhr Ortszeit mitten in der Innenstadt in einer Einkaufsstraße angegriffen worden und erlitt schwere Kopfverletzungen. Er wurde in ein Londoner Krankenhaus geflogen, wo er dem Guardian zufolge notoperiert werden musste.

Die Polizei hatte zunächst mit einem Foto von einer Überwachungskamera nach einem Mann gefahndet, der "möglicherweise bei den Ermittlungen helfen" könne. Am Wochenende teilten die Ermittler mit, dass sie sieben Personen festgenommen hätten. Darunter seien sechs Teenager aus Canterbury und Umgebung im Alter von 15 bis 17 Jahren sowie ein 44 Jahre alter Mann. Letzterer stehe unter dem Verdacht der Beihilfe. Inzwischen wurden alle Festgenommenen auf Kaution freigelassen.

Parlamentarierin schaltet sich ein

Damit die Eltern des Opfers ihren Sohn im Krankenhaus besuchen konnten, hat sich dem Guardian zufolge eine Labour-Abgeordnete aus Canterbury an den britischen Innenminister Sajid Javid gewandt. Dieser habe geholfen, schnell ein Einreisevisum zu besorgen. Am Sonntag sei die Mutter des 17-Jährigen in London eingetroffen.

"Wir sind entsetzt über diesen heimtückischen Angriff", sagte die Abgeordnete Rosie Duffield. "Wir möchten klarstellen, dass Canterbury offen für Besucher ist und dass wir andere Nationen respektieren und bewundern. Wir sind sehr bestürzt über diesen Angriff und möchten der Familie des Opfers so viel Unterstützung wie möglich zukommen lassen." Der Angriff sei "ein schrecklicher und beschämender Fleck" auf der sonst friedlichen Stadt, schrieb Duffield auf Twitter. Sie rief die Bevölkerung auf, die Polizei bei den Ermittlungen zu unterstützen.

Rassismus

Vorfälle mit ausländerfeindlichem Hintergrund häufen sich

Ein 54-Jähriger soll eine Wasserbombe auf einen Jugendlichen geworfen und ihn als "Scheiß Ausländer" bezeichnet haben. Das ist nicht der einzige Fall, in dem der Staatsschutz ermittelt.   Von Julian Hans