Bushido und die Berliner Mafia:"Es ist alles echt"

Bushido

Rapper Bushido soll enge Beziehungen zum Abou-Chaker-Clan haben.

(Foto: dpa)

Eine Enthüllungs-Geschichte des Magazins "Stern" gewährt neue Einblicke in den Berliner Abou-Chaker-Clan. Im Zentrum steht der Rapper Kay One, der über die Machenschaften der Mafia-Familie informiert - und der seinen Kollegen Bushido als Sklaven darstellt, der dem Clan nicht mehr entkommen könne.

Es ist bereits das zweite Mal in diesem Jahr, dass der Stern eine große Geschichte über Bushido zum Titelthema macht. Wieder geht es um die enge Beziehung des Rappers zur Berliner Mafia, genauer: zum Abou-Chaker-Clan, gegen den die Polizei unter anderem angeblich wegen illegalem Waffenbesitz, Drogenbesitz und Körperverletzung ermittelt.

Einblick in die Machenschaften der Großfamilie liefert diesmal der Rapper Kay One, nach drei erfolgreichen Alben großes Idol zahlreicher Hip-Hop-Fans. Der "Junge vom Bodensee", wie er sich selbst bezeichnet, kam vor mehreren Jahren nach Berlin, lebte dort von 2007 an mit Bushido zusammen in einer WG und verkehrte immer häufiger auch mit den Abou-Chakers.

Er habe "dieses ganze Gangster-Ding" cool gefunden, erzählte der 29-Jährige, der eigentlich Kenneth Glöckler heißt, am Mittwochabend in der RTL-Sendung "Stern-TV". Doch dann habe er irgendwann erkannt: "Das ist gar nicht Entertainment, das ist alles echt." Trotz dieser Erkenntnis blieb er fünf Jahre in engem Kontakt mit der Großfamilie, die ihm laut eigener Aussage half, seine Karriere als Rapper voranzutreiben, die aber auch einen beträchtlichen Teil seiner Einnahmen eingefordert haben soll. Erst im März 2012, heißt es im Stern, beschloss er, dem Clan den Rücken zu kehren. Im Juli 2013 habe er dann Kontakt mit dem Berliner Landeskriminalamt aufgenommen. Seitdem bekommt er laut Bericht Personenschutz.

In der Enthüllungsgeschichte geht es jedoch nicht allein um die angeblichen illegalen Drogen- und Geldgeschäfte, um angebliche Gewalttaten der Großfamilie, sondern auch um den Rapper Bushido. Erst im April war, ebenfalls durch eine Stern-Recherche, eine Vollmacht an die Öffentlichkeit geraten, die nahelegte, dass Bushido dem Anführer des Clans, Arafat Abou-Chaker, Zugang zu seinem gesamten Vermögen gewährte. Der Rapper hatte dies vehement abgestritten und die behauptete Wirkung der Vollmacht verneint.

Glöckler dagegen bestätigt den Bericht. "Auch wenn er das in Interviews abtut: Er weiß, dass er ein Sklave des Clans ist. Und dass er da nie wieder herauskommen wird", zitiert das Magazin eine Aussage Glöcklers über Bushido. Um selbst einen Ausbruch zu wagen, sei Bushido schon zu tief verstrickt, meint Glöckler.

© Süddeutsche.de/feko/leja/dayk
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