Bundesweite Razzia 40 Wohnungen mutmaßlicher Pädophiler durchsucht

Verdacht auf sexuellen Missbrauch über das Internet: 130 Ermittler haben mehr als 40 Wohnungen durchsucht. Die Verdächtigten sollen versucht haben, Kinder in Chats zu sexuellen Handlungen zu überreden. Die Beamten warnen vor sogenanntem Cybergrooming.

Bei einer bundesweiten Razzia gegen mutmaßliche Pädophile haben Fahnder 40 Wohnungen durchsucht und Beweismittel sichergestellt. Mehr als 40 Männern im Alter von 20 bis 72 Jahren aus mehreren Bundesländern wird sexueller Missbrauch von Kindern und der Besitz von Kinderpornographie vorgeworfen, teilte das hessische Justiz- und Innenministerium in Wiesbaden mit.

Die Beschuldigten sollen im September 2012 im Internet-Chat eines sozialen Netzwerks Kontakt zu Kindern gesucht und sexuelle Handlungen vor der Webcam vorgenommen haben. Ihnen wird vorgeworfen, die Minderjährigen auch aufgefordert zu haben, sexuelle Handlungen an sich vorzunehmen.

Unter Leitung der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt durchsuchten mehr als 130 Ermittler bereits Mitte Februar Wohnungen in Hessen, Bayern, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen und anderen Bundesländern. Dabei wurden zahlreiche Datenträger und andere Beweismittel sichergestellt. Die Verdächtigen seien wieder auf freiem Fuß, sagte der Sprecher des Justizministeriums, die Ermittlungen jedoch noch nicht abgeschlossen.

Die Fahnder warnen vor sogenanntem Cybergrooming, der sexuellen Belästigung Minderjähriger über das Internet. Die Täter seien meist ältere Männer, die sich in Chats oder sozialen Netzwerken gegenüber Kindern und Jugendlichen als gleichaltrig ausgeben, um sich so deren Vertrauen zu erschleichen.